×

Anspruch auf Schmerzensgeld wegen eines ärztlichen Behandlungsfehlers

Unser Mandant wurde nicht darüber aufgeklärt, dass anstelle der Mukosaduplikatur eine Fundoplicatio als echte Behandlungsalternative in Betracht gekommen wäre.
Dieser Arztfehler bei der therapeutischen Aufklärung wurde gerichtlich als Behandlungsfehler klassifiziert.

Die Höhe des erstrittenen Schmerzensgeldes ist dennoch objektiv niedrig und stellt den zweiten Skandal dar.

Zitate aus dem Urteil „Mangelhafte Aufklärung des Patienten“

1. Die ärztliche Behandlung ist rechtswidrig, wenn es an einer wirksamen Einwilligung des Patienten fehlt, weil dieser nicht darüber aufgeklärt worden ist, dass anstelle der Mukosaduplikatur eine Fundoplicatio als echte Behandlungsalternative in Betracht gekommen wäre und der Patient auch nicht über die unterschiedlichen Erfolgaussichten der jeweiligen Behandlungsmethode informiert worden ist.

2. Ansprüche wegen einer möglichen unzureichenden Aufklärung über das Risiko einer Verletzung der Nerven bestehen nicht, wenn erst sieben Jahre nach der vorgenommenen Operation eine Nervenverletzung festgestellt wird und keine sicheren Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die vor sieben Jahren durchgeführte Operation die Ursache für diesen Nervenschaden ist.

Suchen Sie hier Ihr Stichwort:

Patientenrechte im Gerichtssaal – Hindernisse und Lösungen

Gerichte behandeln die richtige Aufklärung des Patienten im Gerichtssaal meist stiefmütterlich. Hier müssen wir oft eingreifen.

An einem gestrigen Fall zeigen wir hier das heutige Problem

Dass das überhaupt geht, ist bereits ein Skandal an sich.
Jahrelange Beschwerden, die laut Gerichtsurteil (!) Folgen einer Operation sind, führen zu einer Schmerzensgeldzahlung von insgesamt 2000 Euro.
Doch lesen Sie selbst die Chronologie mit wörtlichen Zitaten aus dem Urteil:

Das Urteil:

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 2.000,00 Euro (zweitausend Euro) nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 04.01.2012 zu zahlen.
Es wird festgestellt, dass die Beklagte verpflichtet ist, dem Kläger jeden materiellen Schaden und den weiteren künftigen, zur Zeit nicht vorhersehbar immateriellen Schaden aus der Behandlung vom 20.12.2000 zu ersetzen.
Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.
Von den Kosten des Rechtsstreits tragen der Kläger 93 % und die Beklagte 7 %.
Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 125 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages.

Erste Vorstellung des Patienten

Am 15.11.2000 stellte der Kläger sich in der Klinik und Poliklinik für Allgemeine Chirurgie der Beklagten vor. Er hatte Magen- und Bauchbeschwerden. Trotz ständiger Einnahme eines Medikamentes litt er unter Sodbrennen. Er wurde in der Klinik der Beklagten untersucht. Dort stellten die Ärzte die Diagnose einer Barrett-Ösophagitis bei gastro-ösophagealem Reflux mit Hiatus-Hernie.
Dem Kläger wurde zunächst empfohlen, die Erkrankung weiter medikamentös zu behandeln.

Zweite Vorstellung

Kurze Zeit später erhielt er einen Anruf von einem Arzt der Beklagten. Er stellte sich deswegen wieder im Krankenhaus der Beklagten vor. Dort wurde ihm eine neue Operationsmöglichkeit vorgeschlagen.
Ihm wurde erklärt, dass er nach Durchführung dieser Operation nicht ein Leben lang Medikamente einnehmen müsse.

Die erste Behandlung

Am 07.12.2000 wurde zunächst eine Ösophago-Gastro-Duodenoskopie durchgeführt. Diese führte zu dem Befund einer Reflux-Ösophagitis 1. Grades, einer Cardia-Insuffizienz, einer Hiatus-Hernie sowie eines subcardialen SH-Ulcus.

Stationäre Aufnahme 1

Am 13.12.2000 stellte der Kläger sich erneut im Krankenhaus der Beklagten vor. Es wurde besprochen, dass eine laparoskopische Fundoplicatio durchgeführt werden sollte. Dafür wurde zunächst ein Aufnahmetermin für den 02.01.2001 vereinbart. Der Kläger wünschte allerdings einen früheren Termin. Er wurde am 20.12.2000 zur stationären Behandlung aufgenommen.
Am gleichen Tag fand eine Ösophago-Gastro- Duodenoskopie mit endoskopischer Mukosaduplikatur statt. Der Kläger wurde am 22.12.2000 aus der stationären Behandlung entlassen.

Ambulante Nachbehandlung 1

Vom 18. bis zum 22.01.2001 wurde er wegen leicht progredienter Reflux-Beschwerden im Krankenhaus der Beklagten behandelt.

Ambulante Behandlung 2

Dort stellte er sich erneut am 27.05.2001 mit zunehmenden Oberbauchbeschwerden und einer weiter bestehenden Reflux-Erkrankung vor. Die Ärzte der Beklagten stellten die Diagnose einer Reflux-Ösophagitis.

Stationärer Aufenthalt 2

Der Kläger wurde zur erneuten stationären Behandlung am 12.08.2001 im Krankenhaus der Beklagten aufgenommen. Dort wurde am 13.08.2001 eine laparoskopische Fundoplicatio nach Nissen und eine posteriore Hiatoplastik durchgeführt.
Der Kläger wurde am 17.08.2001 aus der stationären Behandlung entlassen.

Basiserkrankung verbessert

In der folgenden Zeit war die Reflux-Erkrankung verbessert.
Bei dem Kläger bestanden allerdings weiter Oberbauchbeschwerden.

Ein Jahr lang weitere Beschwerden und Untersuchungen

Vom 05.02.2002 bis zum 11.12.2003 kam es zu zahlreichen weiteren Vorstellungen und Untersuchungen im Krankenhaus der Beklagten und in anderen Krankenhäusern. Wegen der weiteren Einzelheiten wird auf die Darstellung in der Klageschrift verwiesen

Der Kläger behauptet: „Ich bin nicht aufgeklärt worden“

Vor der Intervention vom 20.12.2000 sei er nicht darüber aufgeklärt worden, dass diese Operation eine offensichtlich hohe Misserfolgsrate habe. Auch über das Risiko einer Nervenverletzung sei er ebenso wenig aufgeklärt worden wie über die Folgen: nämlich persistierende Oberbauchbeschwerden, Magenentleerungsstörung, Magenparese, zeitweiliges Erbrechen, Schweißausbrüche und chronisches Asthma.

Langzeitstudien
Er sei auch nicht über fehlende Langzeitstudien zu den Folgen der Mukosaduplikatur aufgeklärt worden sowie darüber, dass es noch kein Wissen über eine zuverlässige Erfolgsrate gebe. Die Mukosaduplikatur war damals unstreitig eine relativ neue Behandlungsmethode.

Behandlungsalternative
Der Kläger meint, dass man ihn außerdem über eine Fundoplicatio als echte Behandlungsalternative hätte aufklären müssen. Das ist unstreitig nicht geschehen.

Zweifel durch Aufklärung war nicht möglich, da es keine Aufklärung gab
Wenn man ihm gesagt hätte, dass man in den USA mit der Mukosaduplikatur gute Erfahrungen gemacht hatte, dass die Erfolgsrate in Deutschland unbekannt sei, hätte er die Operation nicht durchführen lassen. Er habe ja nicht gewusst, wie oft der Operateur das durchgeführt habe. Das Gespräch habe sich für ihn so angehört, als ob der Operateur eine derartige Operation zum ersten Mal machte.

Risiko Nervenverletzung
Vor der Operation vom 13.08.2002 habe man ihn nicht über das Risiko einer Nervenverletzung aufgeklärt.

Alternative Behandlung durch fehlende Aufklärung unmöglich
Im Falle einer ordnungsgemäßen Aufklärung hätte er die Reflux-Erkrankung medikamentös behandelt.

Behandlungen selbst auch fehlerhaft:
Eine endoskopische Mukosaduplikatur sei am 20.12.2000 kontraindiziert gewesen. Anstelle dessen hätte eine weitere medikamentöse Behandlung durchgeführt werden müssen. Der Eingriff sei auch fehlerhaft durchgeführt worden.
Da die Reflux-Erkrankung dadurch nicht behoben wurde, sei die Versorgung des Ösophagus offensichtlich insuffizient und daher fehlerhaft gewesen.

Fehlende Indikation für laparoskopische Fundoplicatio
Auch die laparoskopische Fundoplicatio vom 13.08.2002 sei nicht indiziert gewesen. Intraoperativ sei aufgrund eines Behandlungsfehlers der Nervus vagus verletzt worden, offensichtlich wegen unzureichender Präparation bzw. Visualisierung dieses Nerven.
Fehlerhaft sei es ebenfalls gewesen, dass kein resorbierbares Fadenmaterial benutzt wurde.

Beschwerden erst durch OP eingetreten
Die Intervention vom 20.12.2000 und die Operation vom 13.08.2002 hätten dazu geführt, dass er insbesondere seit der Operation vom 13.08.2002 an Oberbauchbeschwerden leide, die zu zahlreichen weiteren Untersuchungen und Behandlung geführt hätten.
Insbesondere seit der Operation vom 13.08.2002 leide er unter schmerzhaften Oberbauchbeschwerden, einer gestörten Magenpassage, teilweise an Erbrechen und Übelkeit mit Druck- und Völlegefühl.
Außerdem sei seit dieser Operation ein Meteorismus (= Trommelbauch/Blähsucht) festzustellen.
Er leide an einem chronischen Asthma.
Außerdem habe er übergroße Bronchien.

Seit OP Schädigung im Halsbereich
Erstmals in der mündlichen Verhandlung vom 03.04.2014 hat der Kläger ergänzend behauptet, dass ihm „wohl durch die Operationen“ eine Schädigung im Halsbereich entstanden sei, nämlich Verengungen beziehungsweise eine Wölbung auf dem Zungengrund, außerdem, dass die Mandeln geschrumpft oder abgestorben seien, wobei er aber auch nicht wisse, warum.
Er behauptet ohne nähere Angaben, dass das Folge der Operation des Jahres 2002 sei, wobei es sein könne, dass sich diese Problematik erstmals seit dem Jahre 2003 oder 2004 bemerkbar gemacht habe.

Schmerzensgeld

Der Kläger meint, dass er ein Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 25.000,00 Euro verlangen könne.

Er beantragt,
die Beklagte zu verurteilen, ein angemessenes Schmerzensgeld, dessen Höhe in das Ermessen der erkennenden Kammer gestellt wird sowie als unselbstständige Nebenforderung einen Betrag von 2.064,65 Euro (vorgerichtliche Rechtsanwaltskosten) zu zahlen, jeweils nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit Rechtshängigkeit zu zahlen, festzustellen, dass die Beklagte – vorbehaltlich eines Anspruchsübergangs – verpflichtet ist, dem Kläger jeden materiellen Schaden und den weiteren zukünftigen, zur Zeit nicht vorhersehbaren immateriellen Schaden aus der Behandlung im Zeitraum vom 20.12.2000 bis zum 17.08.2002 zu ersetzen.

Die Beklagte behauptet:

  • Der Kläger sei am 15.12.2000 „ausführlich über die operativen Möglichkeiten und die damit verbundenen Risiken aufgeklärt worden“, wobei sie allerdings keine Einzelheiten dazu mitteilt.
  • Über „die Risiken“ der Fundoplicatio sei der Kläger „bereits anlässlich der Vorstellung vom 27.05.2001“ aufgeklärt worden (gemeint wohl: 27.05.2002).
  • Darüber hinaus sei am 12.08.2002 „die Operationsaufklärung“ erfolgt.
  • Außerdem habe der Kläger gesagt, dass er die Einnahme von Medikamenten verabscheue. Er hätte deswegen auf jeden Fall den Eingriff vom 20.12.2000 durchführen lassen, um von den Medikamenten loszukommen.
  • Darüber hinaus bestreitet die Beklagte mit näheren Darlegungen die behaupteten Behandlungsfehler und die darauf gestützten Folgen. Sie erhebt ferner die Einrede der Verjährung.

Entscheidungsgründe

Die zulässige Klage ist nur teilweise begründet.
Nach §§ 249, 253, 278, 280, 823, 831 BGB kann der Kläger ein Schmerzensgeld und die Feststellung der weiteren Ersatzpflicht für die Mukosaduplikatur vom 20.12.2000 verlangen.
Zitate aus dem Urteil:

  • Diese Behandlung war rechtswidrig, weil der Kläger keine wirksame Einwilligung erteilt hat.
  • Er hätte vor dieser Intervention zumindest darüber aufgeklärt werden müssen, dass anstelle der Mukosaduplikatur eine Fundoplicatio als echte Behandlungsalternative in Betracht kam.
  • Mukosaduplikatur und Fundoplicatio waren im Jahr 2000 als gleichwertige Behandlungsalternativen für Befunde wie im Fall des Klägers anzusehen. Beide Vorgehensweisen waren gleichermaßen indiziert.
  • Das gilt auch dann, wenn man bei einer eher kleineren Hernierung wie im hier vorliegenden Fall die Mukosaduplikatur möglicherweise als das eher geeignete Verfahren angesehen hätte.
  • Beide Vorgehensweisen hatten nach dem Stand des Jahres 2000 unterschiedliche Erfolgsaussichten. Bei der Mukosaduplikatur ging man damals davon aus, dass gute Frühergebnisse für die ersten 6 bis etwa 18 postinterventionellen Monate vorlagen.
  • Für diese Zeit konnte eine Reduktion der Medikamenteneinnahme von 100 % auf 36 % nachgewiesen werden. Langzeitergebnisse waren dagegen im Jahr 2000 nicht bekannt.
  • Bei einer Fundoplicatio ging man im Jahr 2000 dagegen von einem Therapieversagen von 10 % bis 15 % der Fälle aus. Diese unterschiedlichen Erfolgsaussichten hätten dem Kläger dargestellt werden müssen.
  • Die Beklagte hat allerdings keine substantiierten Einzelheiten zum Inhalt der Aufklärung vor der Intervention vom 20.12.2000 vorgetragen. Sie hat insoweit lediglich auf den „Arztbrief“ vom 15.12.2000 verwiesen.
  • Aus dieser handschriftlichen Notiz ergeben sich allerdings keine Einzelheiten zum Inhalt eines Gespräches, das anscheinend auch nur telefonisch geführt worden ist.
  • Die Kammer kann auch nicht feststellen, dass der Kläger auf jeden Fall sein Einverständnis zu der Mukosaduplikatur erteilt hätte.
  • Das hat die Beklagte so behauptet. Sie hat das damit begründet, dass der Kläger die Einnahme von Medikamenten verabscheut habe und deswegen auf jeden Fall die Operation hätte durchführen lassen, um von den Medikamenten loszukommen.
  • Damit lässt es sich aber schon nicht begründen, dass der Kläger sich auch im Fall einer Aufklärung über die Behandlungsalternative gegen eine Fundoplicatio und für die Mukosaduplikatur entschieden hätte.
  • In beiden Fällen hätte er bei einem Erfolg der Behandlung keine Medikamente mehr nehmen müssen. Darüber hinaus ist es plausibel, dass er eine Mukosaduplikatur abgelehnt hätte, wenn ihm deutlich gemacht worden wäre, dass es sich dabei um ein neues Verfahren handelte, über dessen Langzeitergebnisse nichts bekannt war.
  • Nach der Auffassung der Kammer ist ein Schmerzensgeld von 2.000,00 Euro für die rechtswidrige Intervention vom 20.12.2000 angemessen. Der Kläger war für diesen Eingriff drei Tage zur stationären Behandlung im Krankenhaus.
  • Für diesen Krankenhausaufenthalt, für den Eingriff selber, der allerdings in Vollnarkose durchgeführt wurde und nicht zu postinterventionellen Schmerzen geführt hat, sowie für die üblicherweise mit einem derartigen Eingriff verbundenen Sorgen und Beschwerden hält die Kammer ein Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt 2.000,00 Euro für angemessen.
  • Ein höheres Schmerzensgeld ist nicht gerechtfertigt.
  • Es lässt sich nicht feststellen, dass dieser Eingriff zu nachteiligen Folgen für den Kläger geführt hat.
  • Der Eingriff war vielmehr zunächst erfolgreich. Nach dem 20.12.2000 war es kurzfristig sogar zu einer Besserung der Beschwerdesymptomatik gekommen. Anschließend kam es wieder zu dem Zustand, der schon vor dieser Intervention bestanden hat. Eine Verschlechterung des Zustandes lässt sich dagegen nicht feststellen.
  • Nach den oben genannten Vorschriften schuldet die Beklagte ferner Ersatz für die materiellen Schäden, die dem Kläger infolge dieser Intervention entstanden sind und noch entstehen werden.
  • Derartige Schäden sind nicht grundsätzlich auszuschließen.

„Wir lieben den Kampf für Patientenrechte vor Gericht. Und wir hassen ihn. Er artet in Krieg aus.“

(Rechtsanwalt Jochen Beyerlin)

Rechtsanwälte Jochen und Elke Beyerlin,
Fachanwälte für Medizinrecht, Ravensburg

Ersttelefonat kostenlos:

Anmelden: kanzlei@beyerlin.de
Telefon: +49 751 3529735
Skype: beyerlin1

Wir freuen uns auf Sie:


Rechtsanwalt Jochen Beyerlin
Fachanwalt für Medizinrecht, Ravensburg


Rechtsanwältin Elke Beyerlin
Fachanwältin für Medizinrecht, Ravensburg

Verwandte Themen

Broschüre

Weiterversenden oder Download? Klick:

Bildschirmfoto 2014-08-19 um 17.56.16

Verwandte Beiträge im Medi-Patienten-Blog:

Wählen Sie Ihre Kategorie.

  • Alle
  • Allgemein
  • AUFKLÄRUNG
  • Behandlungsfehler
  • Diagnose
  • HAFTUNG
  • Medizinrecht im Gericht
  • Patientenrechte
  • Schadenersatz
  • Schmerzensgeld
  • Versicherung

Arzthaftung: Lückenhafte Dokumentation als Behandlungsfehler!

Arzthaftung: Lückenhafte Dokumentation als Behandlungsfehler! Wenn ein Arzt seiner Dokumentationspflicht nicht nachkommt, stärkt das die Prozessposition des Patienten im Arzthaftungsverfahren.

Unterlassene CTG-Fertigung und verspätete Mikroblutanalyse sind ein grober Behandlungsfehler.

Unterlassene CTG-Fertigung und verspätete Mikroblutanalyse sind ein grober Behandlungsfehler. Medizinische Komplikationen während der Geburt sind bisweilen durch einen Arztfehler verursacht.

Befunderhebung-Fehler: HELLP Syndrom zu spät erkannt

Was ist das HELLP Syndrom? Diese schwangerschaftsbedingte Krankheit steht mit Bluthochdruck in Verbindung und wird auch Präeklampsie bzw. Eklampsie genannt. Das HELLP-Syndrom kann für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein.

Aufklärungsgespräch bei der deutschen Sprache nicht mächtigen Patient

Viele ausländische Patienten sind kaum oder nicht in der Lage, dem Aufklärungsgespräch zu folgen. In einem solchen Fall muss ein geeigneter Übersetzer herangezogen werden. Geschieht das nicht, kann dem Patienten Schmerzensgeld zustehen.

Arzthaftung: Schmerzensgeldanspruch bei mehreren Behandlungsfehlern

Es gibt kein Schmerzensgeld für jeden einzelnen Behandlungsfehler, sondern nur einen einheitlichen Schmerzensgeldanspruch. Die einzelnen Behandlungsfehler führen zu einem Schmerzensgeld.

Arzthaftung: Schadensersatz wegen Entfernung einer Niere beim Kind

Haben sich die Eltern des Kindes vor der Operation gegen eine Nierenentfernung entschieden, müssen sie bei Komplikationen nochmal über Behandlungsalternativen aufgeklärt werden. Unterlässt das der Arzt, liegt ein Aufklärungsfehler vor.

Arzthaftung: Patient muss kein med. Fachwissen haben

Kein medizinisches Fachwissen wird vom Patienten erwartet.
Der Patient muss sich für einen Arzthaftungsprozess kein medizinisches Fachwissen aneignen. Medizinische Vorgänge muss er nicht kennen (BGH VI ZR 49/15).

Arzthaftung: Beweislast für Aufklärungsgespräch und Verjährungsbeginn

Beweislast für Aufklärungsgespräch; Verjährungsbeginn. Der Arzt ist verpflichtet den Patienten ausreichend über die Behandlung und die Risiken aufzuklären. Fehlt eine Aufklärung, haftet in den meisten Fällen der Arzt.

Arzthaftung: Befunderhebungsfehler bei Feststellung von Blutauflagerungen

Arzthaftung: Befunderhebungsfehler bei Feststellung von Blutauflagerungen. Ein Behandlungsfehler durch einen Arzt kann schwerwiegende Folgen haben. Ist es ein Befunderhebungsfehler?

Arzt- und Krankenhaushaftung: Schmerzensgeldanspruch bei Schulterdystokie

Wann handelt der Arzt bei einer Schulterdystokie fehlerhaft? Bei einer Schulterdystokie ist der hauptsächliche Arztfehler, Druck von vorn und von oben auszuüben, um die Geburt zu beschleunigen („kristellern“).

Anspruch auf Schmerzensgeld auch für Neurosen.

Anspruch auf Schmerzensgeld auch für Neurosen. Nicht nur körperliche Verletzungen, sondern auch psychische Schäden können eine Gesundheitsverletzung darstellen. Den Betroffenen steht in viele Fällen hierfür ein Schmerzensgeld zu.

120.000.- Schmerzensgeld nach einem Motorradunfall

Nach Verkehrsunfall Verkehrsrechtler einschalten? Reicht oft nicht!
Bei der Berechnung der Summe aller Ansprüche kommen immer wieder medizinische Fragen und Fragen der Beweislast zum Tragen. Nur so sind Schadenersatzansprüche durchsetzbar.

Schadenersatz nach Verkehrsunfall: 30 Jahre Verjährung

Geschädigte eines Autounfalls können unter Umständen noch viele Jahren nach dem Unfall Ersatz der Schäden von der Haftpflichtversicherung verlangen. Wir Fachanwälte für Medizinrecht beachten allerdings immer die Verjährungsfrist.

Grobe Behandlungsfehler bei der Geburtsüberwachung

Schmerzensgeld bei erheblichen Entwicklungsstörungen des Kindes aufgrund fehlerhafter Geburtshilfe. Grobe Behandlungsfehler bei der Geburtsüberwachung und wegen verspäteter Geburtsbeendigung durch Sectio; Schmerzensgeld geschuldet.

Arzthaftungsprozess: Beweisaufnahme in Berufung?

Zu uns kommen viele Mandanten, die mit den Ergebnissen der ersten Instanz nicht zufrieden sind. Sie tragen vor, die Beweisaufnahme wiederholen zu müssen, da das Gericht gerade jene Fakten, auf die „es ankommt“, nicht gewürdigt hat. Gerichte reagieren ablehnend.

Grober Behandlungsfehler und Beweislastumkehr

Ein Behandlungsfehler ist dann als grob zu bewerten, wenn der Arzt eindeutig gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen und einen Fehler begangen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint.

Schmerzensgeld nach Arzthaftungsfällen

Einen objektiv feststehenden Anspruch auf Schmerzensgeld gibt es nicht. Das Schmerzensgeld muss durch eine freie richterliche Entscheidung im Einzelfall jeweils getrennt festgelegt werden. Gleiche, faire, vorhersehbare und transparente Bemessungskriterien?

Arzthaftungsprozess: Rechtsschutz-Versicherung will nicht zahlen

Bevor eine Klage eingereicht wird, ist die schriftliche Kostenübernahmezusage der Rechtsschutzversicherung einzuholen. Dabei begegnet man immer wieder denselben Verzögerungsstrategien. Besonders perfide ist der Einwand der mangelnden Erfolgsaussicht.

Passivlegitimation im Arzthaftungsverfahren

Haftungsrisiko für den Anwalt: Passivlegitimation im Arzthaftungsverfahren. Die Frage der Passivlegitimation kann im Arzthaftungsverfahren erhebliche Schwierigkeiten machen. Das darin liegende Haftungsrisiko für den Anwalt darf nicht unterschätzt werden. Einzelfall prüfen!

Arzthaftungsprozess – Einsichtsrecht in Patientenakten

Im Arzthaftungsprozess geht es um zwei Fragen: Liegt ein Behandlungsfehler vor und/oder kann sich der Patient auf einen Aufklärungsfehler berufen. Um das zu klären und ggfs. vor Gericht zu beweisen, sind die Behandlungsunterlagen dringend erforderlich.

Beweislast im Arzthaftungsprozess

Im Arzthaftungsprozess muss der Kläger seine Körper- und Gesundheitsschäden durch ärztliche Atteste, Protokolle und Sachverständigengutachten nachweisen. Der Richter kann den Schaden von sich aus schätzen, wenn der Patient Anknüpfungstatsachen vorgetragen und unter Beweis gestellt hat.

Medizinrecht vor Gericht: Gutachter-Macht

Erfahrene Patientenanwälte setzen vor Gericht Patientenrechte durch. Nachgewiesen werden müssen dort ein Behandlungsfehler, ein gesundheitlicher Schaden – und die monokausale Ursache zwischen beiden. Richter und Gutachter sind größte Hindernisse.

Ein Aufklärungsfehler als Behandlungsfehler

Der Arzt muss nicht nur über Risiken eines Eingriffs aufklären. Bei der „therapeutischen Aufklärung“ informiert er über die Zeit danach: Künftige Therapien, Verhaltensmaßregeln und Risiken sowie über Methoden und Verlauf der künftigen Behandlung und Diagnose.