Falschberatung einer Schwangeren über Amniozentese.

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Während einer Schwangerschaft, wollen die Eltern möglichst frühzeitig erfahren, ob das Kind an einem genetischen Defekt leidet. Mit der Amniozentese kann das Kind auf Gendefekte (z.B. Trisomie 21) untersucht werden.

  • Der Arzt muss in diesem Zusammenhang die Schwangere darüber aufklären, wie hoch das Risiko eines Gendefekts beim Kind ist.

Was ist eine Amniozentese?

Die Amniozentese ist eine Untersuchungsmethode, mit der Gendefekte beim Kind erkannt werden können. Der Schwangeren wird mit einer feinen Nadel Fruchtwasser abgenommen.

  • Im Fruchtwasser befinden sich Zellen des Kindes, die dann auf Gendefekte (z.B. Trisomie 21) untersucht werden.

In welchen Fällen sollte eine Amniozentese durchgeführt werden?

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, ein Kind mit einem Gendefekt zu gebären. Deswegen ist eine Amniozentese sinnvoll, wenn

  • die Schwangere bereits älter ist oder
  • Auffälligkeiten bei der Vorsorgeuntersuchung auftreten

Unterlassener Hinweis auf möglichen Gendefekt – Behandlungsfehler

Wenn der Arzt die Schwangere nicht auf die Möglichkeit eines Gendefekts beim Kind und die Möglichkeit einer Amniozentese hinweist, kommt der Arzt seiner Pflicht zur therapeutischen Sicherungsaufklärung nicht nach.

Was ist eine therapeutische Sicherungsaufklärung?

Der Patient muss in verständlicher Weise über alle für die Behandlung wichtigen Umstände (z.B. Therapie, Diagnose etc.) aufgeklärt werden. Das bezeichnet man als therapeutische Sicherungsaufklärung.

  • Die Aufklärung dient dazu, dem Patienten ein therapiegerechtes Verhalten zu ermöglichen und den Heilungserfolg zu sichern (OLG Oldenburg (Oldenburg) 27.03.2019, Az.: 5 U 112/18).

"Nur wer seine Rechte kennt, kann sie erfolgreich einfordern".

(Jochen Beyerlin, Fachanwalt für Medizinrecht)

Rechtsanwälte Jochen und Elke Beyerlin, Fachanwälte für Medizinrecht, Ravensburg

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