×

Erfahrene Patientenanwälte setzen vor Gericht Patientenrechte durch.

Das ist lange nicht so einfach, wie es klingt.
Diese drei Behauptungen müssen bewiesen werden:

1. Es gab einen Behandlungsfehler.
2. Es gab einen gesundheitlichen Schaden.
3. Der Behandlungsfehler ist Ursache für den Schaden.

Frage: Wie soll man eigentlich beweisen, dass z.B. eine Vorerkrankung bei den durch die Behandlung entstandenen Schäden keine Rolle spielten? Klagende Patienten haben da schnell das Nachsehen.

Suchen Sie hier Ihr Stichwort:

Patientenrechte im Gerichtssaal – Hindernisse und Lösungen

Bei der Vernehmung von Sachverständigen in der mündlichen Verhandlung vor Gericht brauchen Fachanwälte für Medizinrecht Fingerspitzengefühl und Hartnäckigkeit.

Ideologie im Gerichtssaal

Richter fühlen sich in den Niederungen der Medizin oft erfahrener, als sie es wirklich sind.
Unterstützung beschaffen sie – wenn überhaupt – durch „langjährig gediente“ Gerichtsgutachter, die im Zweifel – oder aus Gewohnheit bzw. innerer Überzeugung – weder Richtern noch Ärzten in die Parade fahren möchten.
Im Gegenteil: Vermutlich werden sie wegen ihrer Haltung immer wieder als „neutrale“ Wissenschaftler geladen, um Urteile zu untermauern oder unangreifbarer zu machen.
Ein strukturelles Phänomen kommt dazu: Als Gerichtsgutachter arbeiten auch Professoren, die im Hauptberuf Rechtsanwalt sind. Die wiederum leiten Medizinrechtsabteilungen von Großkanzleien; ihre Teams vertreten regelmäßig und ausschließlich Kliniken, Ärzte und Versicherungen.

Die Vernehmung des Sachverständigen – Königsdisziplin im Gerichtssaal

Nur der vollständige und richtige Vortrag führt im Prozess gegen einen Arzt oder ein Krankenhaus überhaupt dazu, dass die richtigen Fragen an einen Sachverständigen gestellt werden können.

Die Macht der Gutachter

Gutachter entscheiden häufig Schadenersatzprozesse.
Das ist überhaupt nur möglich, weil Haftpflichtversicherungen, Kliniken und Gerichte sich von Sachverständigen beraten lassen und mangels eigener Fachkenntnis deren Einschätzung kritiklos übernehmen.
Für uns ist dieser fatale Zusammenhang Grund und Motivation, Sachverständige bestmöglich zu kontrollieren und in Vernehmungen und Verhandlungen- sowohl gerichtlich als auch außergerichtlich – unnachgiebig auf Aufklärung zu pochen.

Worauf achten wir bei einem Sachverständigengutachten?

In unserer Datenbank befindet sich einen großer Schatz. Er besteht aus Sachverständigengutachten jeder medizinischen Disziplin. Diese Datenbank wird wöchentlich aktualisiert. Jedes neue Urteil ergänzt ältere Gutachten.
Wir sind daher stets auf dem neuesten Stand der Rechtssprechung. Wir können detailreich vergleichen und stets korrekt und erschöpfend aus der Rechtsprechung zitieren.
Wir schaffen es dadurch – und oft durch die aktive Mithilfe unserer Mandanten -, nahezu auf Augenhöhe mit den Sachverständigen zu argumentieren. Wir prüfen besonders kritisch,

  • wer den Gutachter bezahlt. Zahlt ihn ein Haftpflichtversicherer, gehen wir i.d.R. von einem Gefälligkeitsgutachten aus
  • welche besondere Sachkunde den Gutachter auszeichnet
  • welche Facharzttitel der Gutachter hat
  • über wie viel Berufserfahrung in diesem Fachgebiet er verfügt
  • welche derzeitige Position er innehat
  • bei welcher derzeitigen Arbeitsstelle er seit wann arbeitet
  • welche „Gutachtengeschichte“ er hat (Wie oft trat er schon als Gutachter ausschließlich für Kliniken oder Ärzte auf?)
  • Welches Fachgebiet er vertritt (Wir lehnen z.B. gewöhnlich einen Neurochirurgen als Gutachter bei einer Rückenoperation ab; ein Orthopäde wird alle in Betracht kommenden Behandlungsmöglichkeiten prüfen, der Neurochirurg womöglich nur die teuerste Operation). (ACHTUNG! Ideologiefalle!)
  • Was er mit wem zusammen publiziert hat? (Wenn er mit dem beklagten Arzt zusammen publiziert / geforscht / gearbeitet hat, ist seine Befangenheit wahrscheinlich, und wir lehnen ihn ab)
  • ob das Gutachten auf widerspruchsfrei, schlüssig und vollständig ist.
  • ob der Gutachter nur Allgemeinplätze von sich gibt oder konkret auf den Fall unseres Mandanten eingeht
  • ob die Ausführungen des Sachverständigen mit dem jeweiligen Stand der medizinischen Wissenschaft und Technik in Übereinklang zu bringen sind

„Wir lieben den Kampf um Patientenrechte vor Gericht. Und wir hassen ihn. Er artet in Krieg aus.“

Rechtsanwalt Jochen Beyerlin

Rechtsanwälte Jochen und Elke Beyerlin,
Fachanwälte für Medizinrecht, Ravensburg

Ersttelefonat kostenlos:

Anmelden: kanzlei@beyerlin.de
Telefon: +49 751 3529735
Skype: live:j.beyerlin

Wir freuen uns auf Sie:


Rechtsanwalt Jochen Beyerlin
Fachanwalt für Medizinrecht, Ravensburg


Rechtsanwältin Elke Beyerlin
Fachanwältin für Medizinrecht, Ravensburg

Verwandte Themen

Broschüre

Weiterversenden oder Download? Klick:

Bildschirmfoto 2014-08-19 um 17.56.16

Verwandte Beiträge im Medi-Patienten-Blog:

Wählen Sie Ihre Kategorie.

Arzthaftung: Lückenhafte Dokumentation als Behandlungsfehler!

Arzthaftung: Lückenhafte Dokumentation als Behandlungsfehler! Wenn ein Arzt seiner Dokumentationspflicht nicht nachkommt, stärkt das die Prozessposition des Patienten im Arzthaftungsverfahren.

Unterlassene CTG-Fertigung und verspätete Mikroblutanalyse sind ein grober Behandlungsfehler.

Unterlassene CTG-Fertigung und verspätete Mikroblutanalyse sind ein grober Behandlungsfehler. Medizinische Komplikationen während der Geburt sind bisweilen durch einen Arztfehler verursacht.

Befunderhebung-Fehler: HELLP Syndrom zu spät erkannt

Was ist das HELLP Syndrom? Diese schwangerschaftsbedingte Krankheit steht mit Bluthochdruck in Verbindung und wird auch Präeklampsie bzw. Eklampsie genannt. Das HELLP-Syndrom kann für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein.

Aufklärungsgespräch bei der deutschen Sprache nicht mächtigen Patient

Viele ausländische Patienten sind kaum oder nicht in der Lage, dem Aufklärungsgespräch zu folgen. In einem solchen Fall muss ein geeigneter Übersetzer herangezogen werden. Geschieht das nicht, kann dem Patienten Schmerzensgeld zustehen.

Arzthaftung: Schmerzensgeldanspruch bei mehreren Behandlungsfehlern

Es gibt kein Schmerzensgeld für jeden einzelnen Behandlungsfehler, sondern nur einen einheitlichen Schmerzensgeldanspruch. Die einzelnen Behandlungsfehler führen zu einem Schmerzensgeld.

Arzthaftung: Schadensersatz wegen Entfernung einer Niere beim Kind

Haben sich die Eltern des Kindes vor der Operation gegen eine Nierenentfernung entschieden, müssen sie bei Komplikationen nochmal über Behandlungsalternativen aufgeklärt werden. Unterlässt das der Arzt, liegt ein Aufklärungsfehler vor.

Arzthaftung: Patient muss kein med. Fachwissen haben

Kein medizinisches Fachwissen wird vom Patienten erwartet.
Der Patient muss sich für einen Arzthaftungsprozess kein medizinisches Fachwissen aneignen. Medizinische Vorgänge muss er nicht kennen (BGH VI ZR 49/15).

Arzthaftung: Beweislast für Aufklärungsgespräch und Verjährungsbeginn

Beweislast für Aufklärungsgespräch; Verjährungsbeginn. Der Arzt ist verpflichtet den Patienten ausreichend über die Behandlung und die Risiken aufzuklären. Fehlt eine Aufklärung, haftet in den meisten Fällen der Arzt.

Arzthaftung: Befunderhebungsfehler bei Feststellung von Blutauflagerungen

Arzthaftung: Befunderhebungsfehler bei Feststellung von Blutauflagerungen. Ein Behandlungsfehler durch einen Arzt kann schwerwiegende Folgen haben. Ist es ein Befunderhebungsfehler?

Arzt- und Krankenhaushaftung: Schmerzensgeldanspruch bei Schulterdystokie

Wann handelt der Arzt bei einer Schulterdystokie fehlerhaft? Bei einer Schulterdystokie ist der hauptsächliche Arztfehler, Druck von vorn und von oben auszuüben, um die Geburt zu beschleunigen („kristellern“).

Anspruch auf Schmerzensgeld auch für Neurosen.

Anspruch auf Schmerzensgeld auch für Neurosen. Nicht nur körperliche Verletzungen, sondern auch psychische Schäden können eine Gesundheitsverletzung darstellen. Den Betroffenen steht in viele Fällen hierfür ein Schmerzensgeld zu.

120.000.- Schmerzensgeld nach einem Motorradunfall

Nach Verkehrsunfall Verkehrsrechtler einschalten? Reicht oft nicht!
Bei der Berechnung der Summe aller Ansprüche kommen immer wieder medizinische Fragen und Fragen der Beweislast zum Tragen. Nur so sind Schadenersatzansprüche durchsetzbar.

Schadenersatz nach Verkehrsunfall: 30 Jahre Verjährung

Geschädigte eines Autounfalls können unter Umständen noch viele Jahren nach dem Unfall Ersatz der Schäden von der Haftpflichtversicherung verlangen. Wir Fachanwälte für Medizinrecht beachten allerdings immer die Verjährungsfrist.

Grobe Behandlungsfehler bei der Geburtsüberwachung

Schmerzensgeld bei erheblichen Entwicklungsstörungen des Kindes aufgrund fehlerhafter Geburtshilfe. Grobe Behandlungsfehler bei der Geburtsüberwachung und wegen verspäteter Geburtsbeendigung durch Sectio; Schmerzensgeld geschuldet.

Arzthaftungsprozess: Beweisaufnahme in Berufung?

Zu uns kommen viele Mandanten, die mit den Ergebnissen der ersten Instanz nicht zufrieden sind. Sie tragen vor, die Beweisaufnahme wiederholen zu müssen, da das Gericht gerade jene Fakten, auf die „es ankommt“, nicht gewürdigt hat. Gerichte reagieren ablehnend.

Grober Behandlungsfehler und Beweislastumkehr

Ein Behandlungsfehler ist dann als grob zu bewerten, wenn der Arzt eindeutig gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse verstoßen und einen Fehler begangen hat, der aus objektiver Sicht nicht mehr verständlich erscheint.

Schmerzensgeld nach Arzthaftungsfällen

Einen objektiv feststehenden Anspruch auf Schmerzensgeld gibt es nicht. Das Schmerzensgeld muss durch eine freie richterliche Entscheidung im Einzelfall jeweils getrennt festgelegt werden. Gleiche, faire, vorhersehbare und transparente Bemessungskriterien?

Arzthaftungsprozess: Rechtsschutz-Versicherung will nicht zahlen

Bevor eine Klage eingereicht wird, ist die schriftliche Kostenübernahmezusage der Rechtsschutzversicherung einzuholen. Dabei begegnet man immer wieder denselben Verzögerungsstrategien. Besonders perfide ist der Einwand der mangelnden Erfolgsaussicht.

Schmerzensgeld wegen ärztlichen Behandlungsfehlers

Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen eines ärztlichen Behandlungsfehlers. Unser Mandant wurde nicht über eine echte Behandlungsalternative aufgeklärt. Dieser Arztfehler bei der Aufklärung wurde als Behandlungsfehler klassifiziert.

Passivlegitimation im Arzthaftungsverfahren

Haftungsrisiko für den Anwalt: Passivlegitimation im Arzthaftungsverfahren. Die Frage der Passivlegitimation kann im Arzthaftungsverfahren erhebliche Schwierigkeiten machen. Das darin liegende Haftungsrisiko für den Anwalt darf nicht unterschätzt werden. Einzelfall prüfen!

Arzthaftungsprozess – Einsichtsrecht in Patientenakten

Im Arzthaftungsprozess geht es um zwei Fragen: Liegt ein Behandlungsfehler vor und/oder kann sich der Patient auf einen Aufklärungsfehler berufen. Um das zu klären und ggfs. vor Gericht zu beweisen, sind die Behandlungsunterlagen dringend erforderlich.

Beweislast im Arzthaftungsprozess

Im Arzthaftungsprozess muss der Kläger seine Körper- und Gesundheitsschäden durch ärztliche Atteste, Protokolle und Sachverständigengutachten nachweisen. Der Richter kann den Schaden von sich aus schätzen, wenn der Patient Anknüpfungstatsachen vorgetragen und unter Beweis gestellt hat.

Ein Aufklärungsfehler als Behandlungsfehler

Der Arzt muss nicht nur über Risiken eines Eingriffs aufklären. Bei der „therapeutischen Aufklärung“ informiert er über die Zeit danach: Künftige Therapien, Verhaltensmaßregeln und Risiken sowie über Methoden und Verlauf der künftigen Behandlung und Diagnose.