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Behandlungsfehler in der Onkologie

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Onkologie

Onkologie ist die Wissenschaft, die sich mit Krebs befasst.
Im engeren Sinne ist die Onkologie der Zweig der inneren Medizin, der sich der Prävention, Diagnostik, konservativen Therapie und Nachsorge von malignen Erkrankungen widmet.

Unterlassene Befunderhebung

Unterlässt es der Arzt, zweifelsfrei gebotene Befunde zu erheben, und ist diese Unterlassung unverständlich, geht die Rechtsprechung sogar von einem groben Behandlungsfehler aus, der zu einer Beweislastumkehr führt.
Auch wenn der Arzt offensichtlich gebotene und auf der Hand liegende Kontroll-Befunderhebungen unterlässt und deshalb die gebotene Therapie versäumt, ist dies ein grober Behandlungsfehler. (vgl. BGH NJW 1989, 2332; 1995, 778).

Behandlungsfehler Onkologie nach Stichworten (ABC)

Adenokarzinom
Als Adenokarzinom bezeichnet man einen bösartigen (malignen) Tumor, der aus Drüsengewebe hervorgegangen ist.
Hier sind schnelles Handeln des Arztes, eine umfangreiche Diagnostik und eine schnelle Therapie lebenswichtig!
siehe z.B. Pankreastumor.

Bauchspeicheldrüsenkrebs
s. Pankreastumor

Blutkrebs
Langwierige Behandlung auf Basis der „multizentrischen Therapiestudie der ALL (= akute lymphatische Leukämie)“, darunter Chemotherapie, ist in der Regel indiziert, mit starken Nebenwirkungen.
Ein junger Patient mit Verbesserungsprognose hat Anspruch auf eine familiär-allogene Blutstammzelltransplantation als Sachleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung.
Häufigste Behandlungsfehler: Zu spät eingeleitet, Medikamente verwechselt, Diagnose durch Hämatologie nicht eindeutig.

Brustkrebs
140.335 vollstationäre Behandlungsfälle durch die Diagnose Brustkrebs zählte „Breast Cancer Action Germany“ im Jahr 2011 in Deutschland. Die ambulant behandelten Fälle sind nicht eingerechnet.
Niedergelassenen Ärzten passierten die meisten Fehler bei Patienten mit Brustkrebs, Rückenschmerzen und Kniegelenkarthrosen.
Eine der größten Fehlerquellen sei die Diagnose anhand von Röntgenbildern und Ultraschall.
Mammakarzinom nicht erkannt – Das ist gemäß der Gutachterkommission der Bundesärztekammer 2006 der häufigste Arztfehler beim Krankheitsbild (Brustkrebs).
Dabei sind bildgebende Verfahren und ihre Interpretation im Rahmen einer Diagnosestellung die häufigsten Fehlerquellen.

Chemotherapie
Die Chemotherapie ist eine medikamentöse Therapie von Krebserkrankungen.
Eine Chemotherapie hilft z.T. sehr gut und z.T. nicht.
Sie sollte nicht begonnen werden, wenn der Tumor durch eine Operation oder Bestrahlung komplett und mit großer Wahrscheinlichkeit kurativ entfernt werden kann oder die Abwägung ergibt, dass die zu erwartenden Nebenwirkungen der Behandlung schwerer sind als der zu erwartende Verlauf des Tumorleidens ohne Chemotherapie.
Es muß also sorgfältig abgewogen und vor allem aufgeklärt werden.

Darmkrebs
Häufiger Arztfehler: Bei Krebssymptomatik im Darm wird lediglich ein gutartiger Tumor entdeckt und operiert.
Maligne Tumore befinden sich häufig in tieferen Gewebeschichten und bleiben unentdeckt.
Erst bei Nachkontrolle fällt das oft auf.
Viele unnötige Operationen an harmlosen Tumoren sorgen für unnötige Belastungen.

Gallenblasenkarzinom
Das Gallenblasenkarzinom (Gallenblasenkrebs) ist ein seltener aber sehr bösartiger Tumor mit einer schlechten Prognose. Dabei werden zwei verschiedene Tumorarten unterschieden. Das Plattenepithelkarzinom, welches besonders bösartig ist und das Adenokarzinom, welches häufiger vorkommt.
Chemotherapie: Die Gallenblasentumoren sind leider oft wenig sensibel gegenüber Zytostatika.
Die Strahlentherapie ist bei dieser Karzinomform generell wirksam.

Gebärmutterhalskrebs
Das Zervixkarzinom oder Kollumkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Gebärmutterhalses.
Die häufigste Ursache für ein Zervixkarzinom ist eine Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomvirus (HPV).
Bei nachgewiesenem Karzinom sind zur Stadienbestimmung eine Röntgenuntersuchung der Lunge, eine Sonografie durch die Scheide, eine Sonografie beider Nieren und der Leber, eine Zystoskopie und Rektoskopie zum Ausschluss oder Nachweis eines Tumoreinbruchs in Harnblase oder Enddarm notwendig.

Gehirntumor
Sehbeschwerden können einen Gehirntumor anzeigen. Eine sofortige Ultraschalluntersuchung des Gehirns ist notwendig, um einen evtl. Hirntumor auszuschließen.
Eine fehlerhaft durchgeführte Computertomografie kann dazu führen, dass der Tumor unzureichend behandelt wird.

Hautkrebs
Hautkrebs ist ein Oberbegriff für sämtliche bösartigen Veränderungen (Krebs) der Haut.
In der Umgangssprache wird er oft gleichgesetzt mit dem malignen Melanom.
Nur eine frühzeitige und vollständige Entfernung eines Melanoms kann zur Heilung führen.
Abwarten verschlechtert die Aussichten wesentlich. Deswegen sind Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungsmaßnahmen gerade bei besonders gefährdeten Menschen wichtig.
Bitte weiterlesen: Plattenepithelkarzinom

Karzinom
Diese Krebserkrankung geht von Zellen im Deckgewebe von Haut oder Schleimhaut (Epithel) aus.
Karzinome machen circa 80 % aller bösartigen Tumore aus. Deren Stadium beschreibt man mit der sog. TNM-Klassifikation.
Zur Therapie kommen operative Entfernung, Strahlen- und Chemotherapie, in sehr frühen Stadien auch oberflächliche Abtragungen in Frage.
Beispiele sind das Analkarzinom, Bronchialkarzinom, Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhaut; auch als Korpuskarzinom bezeichnet), Gallenblasenkarzinom, Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom (HCC)), Hodenkrebs (Hodenkarzinom), Kolorektales Karzinom, Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom), Speiseröhrenkrebs, Magenkarzinom, Brustkrebs (Mammakarzinom), Nierenkrebs (Nierenkarzinom), Ovarialkarzinom, Pankreastumor, Pharynxkarzinom, Prostatakrebs, (Prostatakarzinom), Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom), Uteruskarzinom oder Zervixkarzinom.

Leukämie
Der Blutkrebs erfordert eine langwierige Behandlung auf Basis der „multizentrischen Therapiestudie der ALL (= akute lymphatische Leukämie)“. Darunter ist auch die Chemotherapie, ist in der Regel indiziert, mit starken Nebenwirkungen.
Ein junger Patient mit Verbesserungsprognose hat Anspruch auf eine familiär-allogene Blutstammzelltransplantation als Sachleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung.
Häufigste Behandlungsfehler: Zu spät eingeleitet, Medikamente verwechselt, Diagnose durch Hämatologie nicht eindeutig.

Lungenkarzinom
Unterlassene Befunderhebung eines Lungenrebses ist der häufigste Behandlungsfehler.
Auf Röntgenaufnahmen, z.B. in Vorbereitung einer Magen- Operation, sind Lungenkarzinome häufig erkennbar.
Ein solcher „Zufallsbefund“ muss erkundet und geklärt werden.
Der Anästhesist verletzt seine Pflicht, wenn er diesem Befund nicht nachgeht, auch dann, wenn dieser Befund mit der Narkose oder dem originären OP-Ziel nicht in Verbindung steht.

Ovarialkarzinom
Der Eierstockkrebs ist nach der Endometriose und dem Zervixkarzinom das dritthäufigste Genitalmalignom der Frau und hat eine schlechtere Prognose als jene.
Wichtig und wegweisend ist beim Ovarialkarzinom der transvaginale Ultraschall.

Pankreastumor
Pankreaskarzinome wachsen aggressiv und bilden früh Metastasen.
Ein erhöhter Alpha-Amylase-Spiegel im Blut muss immer geklärt werden; er könnte ein Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs) indizieren.
Dasselbe gilt für eine sich verstärkende Gelbsucht, in den Rücken ausstrahlende und nachts an Stärke zunehmende Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen sowie Gewichtsverlust.
Weiter sind Ultraschalluntersuchungen des Abdomens sowie bei Zweifel (Pankreastumore sind erst ab 1 cm Größe in bildgebenden Verfahren erkennbar; also sollte der Zweifel den Arzt bei o.g. Symptomen immer leiten!) weitere bildgebende Verfahren MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie), CT, Endosonographie oder ERCP indiziert.

Plattenepithelkarzinom
Dieser zweithäufigste bösartige Hauttumor entwickelt sich bei 70.000 Personen pro Jahr in Deutschland auf schwer Sonnenlicht-geschädigter Haut.
Der Tumor wächst warzenartig (verrukös) und nässt bisweilen.
Fotodokumentation und Biopsie sind unumgänglich, bevor die Therapie beginnt: Operative Entfernung des Tumorgewebes (mit Histologie); Untersuchung und evtl. Entfernung der lokalen Lymphknoten, Radiotherapie (Bestrahlung), Chemotherapie oder Immuntherapie.
Außer OP wirken oberflächlich zerstörende Maßnahmen wie Kürettage, Elektrodesikkation, Kryotherapie (Vereisung), photodynamische Therapie, eine lokale Chemotherapie (5-Fluorouracil-Creme), eine lokale Immuntherapie (Imiquimod-Creme) und Strahlentherapie.
Auch auf Schleimhäuten kommt dieses Karzinom vor:
Beim Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) und beim Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) handelt es sich in jeweils 90 % der Fälle um Plattenepithelkarzinome.
Etwa 20 % der Lungenkarzinome sind Plattenepithelkarzinome, sie sind somit nach den Adenokarzinomen die zweithäufigste Tumorform der Lunge.

Prostatakrebs
Der Prostatakrebs (ProstataKarzinom) ist eine bösartige Tumorerkrankung und geht vom Drüsengewebe der Vorsteherdrüse (Prostata) aus.
Wird die Diagnose erst gestellt, wenn bereits Symptome aufgetreten sind, hat häufig schon eine Metastasierung stattgefunden, vorrangig in die lokalen Lymphknoten oder in das Skelett.
Eine Behandlung mit Aussicht auf Heilung ist nur möglich, wenn das entartete Gewebe die Organgrenzen noch nicht überschritten hat und keine Metastasen vorliegen.
Interessant: Eine Langzeitstudie über OP-Roboter bei Prostatakrebs wurde Frühjahr 2015 in der Uni Leipzig gestartet.

Retinoblastom
Dieser bösartige Netzhaut-Tumor kann sich andeuten durch jedes Schielen eines Kindes ab einem Alter von 3-4 Monaten.
Bis zur Metastasenbildung, völligen Erblindung und sogar bis zur Entfernung beider Augen kann es führen, wenn der Kinderarzt, etwa bei der U5, zu „Abwarten“ rät.
Das ist ein grober Behandlungsfehler.

Speiseröhrenkrebs
tritt als Plattenepithelkarzinom oder als Adenokarzinom auf.
Plattenepithelkarzinome haben ihren Ursprung in den Deckzellen (Epithelien) der Speiseröhrenschleimhaut. Sie können in der ganzen Speiseröhre und auch im Halsbereich auftreten.
Häufiger Arztfehler: Die Verharmlosung von Refluxerkrankungen, bei der Magensäure in die Speiseröhre gelangt. Reflux verändert Zellen. Diese Zellenveränderung führt zu Speiseröhrenkrebs.
Bei Reflux sind säurehemmende Medikamente Pflicht!

Uteruskarzinom
Das Uteruskarzinom (Gebärmutterkrebs) ist ein bösartiger Tumor der Epithelzellen (Karzinom) der Gebärmutter (Uterus).

Zervixkarzinom
Der Gebärmutterhalskrebs ist ein bösartiger Tumor des Gebärmutterhalses. Histologisch handelt es sich in der Mehrheit der Fälle um ein Plattenepithelkarzinom.
Die häufigste Ursache für ein Zervixkarzinom ist eine Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomvirus (HPV).

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