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Behandlungsfehler in der Inneren Medizin: Blut, Bauch, Darm, Magen, Niere, Leber, Galle

Sehr geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,

wir haben hier häufige Behandlungsfehler der Inneren Organe aufgelistet: Bauch, Darm, Magen, Niere, Leber, Galle und Bluterkrankungen.
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Wir sind Fachanwälte für Medizinrecht und seit 19 Jahren auf Patientenseite.
Hier erklären wir Ihnen unsere Arbeitsweise.

Bauch

1. Blinddarmentzündung
Diese bekannte Entzündung des Wurmfortsatzes des Blinddarms wird von Ärzten oft unterschätzt. Für die korrekte Diagnose sind unerlässlich die Anamnese, die Laboruntersuchung (Leukozyten, CRP), der Ultraschall und bei untersuchungstechnischen Schwierigkeiten das CT.
Bei bis zu 28 % der Patienten wird bei der Operation eine Perforation der Appendix festgestellt, die mit einer Sterblichkeit von ca. 10 % einhergeht, beim Auftreten einer Peritonitis bis zu 30 %).
Dabei sollte möglichst früh (innerhalb von etwa 48 Stunden) operiert werden.

2. Divertikulitis
Diese Erkrankung des Dickdarmes äußert sich in Ausstülpungen der Schleimhaut (Divertikel), die eine Entzündung bilden.
Die Krankheit ist u.U. akut behandlungsbedürftig.
Schnelle Diagnose und sofortige Therapie sind lebenswichtig.

3. Peritonitis
Die Entzündung des Bauchfells (Peritoneum) ist verursacht durch eine perforierte Appendizitis, eine Divertikulitis, einen unbehandelten Darmverschluss sowie durch perforierende Darmverletzungen infolge von Operationen.
Die Therapie der akuten Peritonitis ist immer operativ.
Der Zeitpunkt der Operation wird so früh wie irgend möglich angesetzt, da das Krankheitsbild meist einen foudroyanten (blitzartigen) Verlauf nimmt.
Häufig ist der Arztfehler in der fehlenden vollständigen Risiko-Aufklärung begründet; dann ist der Eingriff rechtswidrig. In dem Fall muss der Arzt beweisen, dass er aufgeklärt hat.

4. Gallenstein
Gallensteine (= Cholelithiasis) sind häufig und verursachen oft keine Beschwerden.
Wenn Gallensteine sich einklemmen und den Abfluss der Galle behindern, kann es allerdings zu heftigen Koliken und Entzündungen (Cholezystitis) kommen.
Mit Gallensteinen verwandt ist der Gallengries.
Cholangiografie bezeichnet die röntgenologische Darstellung der Gallengänge unter Verwendung eines röntgendichten Kontrastmittels.
Damit können Verletzugen des Duktus zystikus verhindert werden. Bei unklarer anatomischer Situation während einer Gallenblasenentfernung – z.B. Verwachsungen – kann die ausbleibende Cholangiofrafie zur intraoperativen röntgendiagnostischen Abklärung der Gallenwege einen Behandlungsfehler mit der Folge einer Läsion des Gallenweges darstellen.

5. Gallenblasenentfernung
Die häufigste Indikation der „Cholezystektomie“ ist ein Gallensteinleiden – nämlich dann, wenn ein Stein in die Gallengänge hineinwandert und dort steckenbleibt.
Ganz ohne Operation kommt es bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen im Verlauf zu Komplikationen der Cholezystitis mit der Folge einer Cholezystektomie.

6. Gallenblasenkarzinom
Der Gallenblasenkrebs ist ein seltener aber sehr bösartiger Tumor mit einer schlechten Prognose. Dabei werden zwei verschiedene Tumorarten unterschieden. Das Plattenepithelkarzinom, welches besonders bösartig ist und das Adenokarzinom, welches häufiger vorkommt.
Chemotherapie: Die Gallenblasentumoren sind leider oft wenig sensibel gegenüber Zytostatika.
Die Strahlentherapie ist bei dieser Karzinomform generell wirksam.

7. Adenom
Diese gutartige Geschwulst aus Schleimhaut oder Drüsengewebe kann generell jedes Organ betreffen und wird z.B. mittels Koloskopie entfernt.
Eine Darmperforation ist dabei eine Komplikation der Kolos­kopie. Fehlt es an einer sachgerechten Nachbetreuung, ist das ein Behandlungsfehler.

8. Anastomoseninsuffizienz
Der Übertritt von Inhalt des Magen-Darm-Traktes in die freie Bauchhöhle führt, wenn nicht umgehend erkannt und behoben, zur lebensbedrohlichen Peritonitis. In weniger dramatischen Fällen entwickelt sich lokal ein Abszess („gedeckte“ Anastomoseninsuffizienz) oder eine Fistel im Verlauf einer zuvor vorhandenen Drainage.
Anastomoseninsuffizienzen in der Gefäßchirurgie führen zu mitunter lebensbedrohlichen Nachblutungen, gelegentlich auch einem Aneurysma.
Es handelt sich fast immer um einen Notfall, der eine rasche OP verlangt.
Geschieht dies zu spät, liegt oft ein grober Behandlungsfehler vor.

9. Verwachsungen
Adhäsionen dürften als Komplikation kaum zu übersehen sein, denn sie treten immerhin nach 75% aller Operationen im Bauchraum auf.
Trotz ihrer Bedeutung werden die gesundheitlichen Folgen der Verwachsungen von Gewebestrukturen aber häufig von Chirurgen und Gynäkologen unterschätzt.

10. Bauchspeicheldrüse
Pankreas) ist ein Drüsenorgan im Bauch. Die Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) verursacht starke Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Fieber.
Die häufigste Ursache für eine akute Pankreatitis beim Menschen sind Gallensteine, für eine chronische ist es der Alkoholmissbrauch.

11. Bauchspeicheldrüsenkrebs
Pankreastumoren sind meistens bösartige Adenokarzinome (duktale Adenokarzinome), die wegen ihrer hohen Sterblichkeitsrate gefürchtet sind.
= Pankreastumor.
Ein erhöhter Alpha-Amylase-Spiegel im Blut muss immer geklärt werden; er könnte ein Pankreaskarzinom indizieren.
Weiter sind Ultraschalluntersuchungen des Abdomens sowie bei Zweifel weitere bildgebende Verfahren MRCP (Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie), CT, Endosonographie oder ERCP indiziert.

12. Darmperforation
Der Darmdurchbruch ist eine schwere Erkrankung, bei der die Darmwand ein Loch aufweist. Tritt Darminhalt in die Bauchhöhle, kann dies zu lebensgefährlicher Peritonitis führen.
Besonders häufig führt eine nicht erkannte oder unzureichend behandelte Entzündung des Darms zu einem Darmdurchbruch, z.B. eine Appendizitis.
Ein Darmdurchbruch muss sofort im Krankenhaus behandelt werden.

13. Double – Bubble – Phänomen
Zwei Blasen in Magen und Darm eines Neugeborenen sind bei Ultraschalluntersuchungen (vorgeburtlich im Rahmen von Pränataldiagnostik) erkennbar. Sie indizieren das sogenannte „Double-bubble-Phänomen“ und eine Duodenalatresie:
Der Magen des ungeborenen Kindes ist mit Flüssigkeit gefüllt (erste Blase / „Bubble“) und auch das Duodenum (Zwölffingerdarm) weist Flüssigkeit auf (zweite Blase / „Bubble“).
Malrotation, ein adrenogenitales Syndrom, eine Darmatresie sowie eine Pylorusstenose müssen untersucht werden!

14. Magenschleimhautentzündung
Die Gastritis ist eine entzündliche Erkrankung der Schleimhaut des Magens.
Unbehandelt können folgende Komplikationen auftreten:
Anämie (Blutarmut), Magenkarzinom, Magenblutungen und Geschwüre.

15. Hernie
Dieser Bruch bezeichnet den Austritt von Eingeweiden aus der Bauchhöhle durch eine angeborene oder erworbene Lücke in den tragenden Bauchwandschichten.
Die Anstauung von Darminhalt in den ausgetretenen Darmschlingen bewirkt eine Einklemmung mit Darmwandschädigung. Noch gefürchteter aber ist hierbei das Abklemmen der Blutversorgung der Darmschlingen, Inkarzeration genannt.
Diese Komplikationen bedürfen einer operativen Therapie innerhalb von sechs Stunden.
Neben der zu späten Therapie ein häufiger Arztfehler: zu großes Operationsfeld, und das Nichtanhebend oder Nicht-Verwenden eines OP- Netzes.
Eine Operation mittels Bauchspiegelung, Laparoskopie, hat sich etabliert.

16. Karzinom
Diese Krebserkrankung geht von Zellen im Deckgewebe von Haut oder Schleimhaut (Epithel) aus.
Karzinome machen circa 80 % aller bösartigen Tumore aus. Deren Stadium beschreibt man mit der sog. TNM-Klassifikation.
Zur Therapie kommen operative Entfernung, Strahlen- und Chemotherapie, in sehr frühen Stadien auch oberflächliche Abtragungen in Frage.
Beispiele sind das Analkarzinom, Bronchialkarzinom, Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhaut; auch als Korpuskarzinom bezeichnet), Gallenblasenkarzinom, Leberkrebs (Hepatozelluläres Karzinom (HCC)), Hodenkrebs (Hodenkarzinom), Kolorektales Karzinom, Kehlkopfkrebs (Larynxkarzinom), Speiseröhrenkrebs, Magenkarzinom, Brustkrebs (Mammakarzinom), Nierenkrebs (Nierenkarzinom), Ovarialkarzinom, Pankreastumor, Pharynxkarzinom, Prostatakrebs, (Prostatakarzinom), Schilddrüsenkrebs (Schilddrüsenkarzinom), Uteruskarzinom oder Zervixkarzinom.

17. Lungenkarzinom
Unterlassene Befunderhebung eines Lungenrebses ist der häufigste Behandlungsfehler.
Auf Röntgenaufnahmen, z.B. in Vorbereitung einer Magen- Operation, sind Lungenkarzinome häufig erkennbar.
Ein solcher „Zufallsbefund“ muss erkundet und geklärt werden.
Der Anästhesist verletzt seine Pflicht, wenn er diesem Befund nicht nachgeht, auch dann, wenn dieser Befund mit der Narkose oder dem originären OP-Ziel nicht in Verbindung steht.

18. Nierenstein
Diese kristallinen Ablagerungen des Nierenbeckenkelchssystems werden mit dem Eintritt in den Harnleiter zu Harnleitersteinen und können eine Kolik auslösen.
Die Diagnose gelingt durch Ultraschall.
Bei der Extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie wird versucht, mit Hilfe von gebündelten Schallwellen den Stein so weit zu zerkleinern, dass er entweder natürlich oder operativ entfernt werden kann.
Häufigster Behandlungsfehler: Nierensteine werden übersehen mit der Folge schwerer Sepsis und Harnstau.

19. Morbus Crohn
Diese chronisch-entzündliche Darmerkrankung kann im gesamten Verdauungstrakt auftreten.
Bevorzugt befallen sind der untere Dünndarm (Ileum) und der Dickdarm (Colon).
Komplikationen sind: Mechanischer Ileus (Darmverschluss), Fistel, Abszess, Blutungen, Karzinom, Osteoporose, Gallensteine (durch den gestörten Leber-Darm-Kreislauf) und Urolithiasis (Harnsteinleiden)
Diagnostik: Ultraschall-Untersuchung des Bauches, Labor (BSG und CRP), Röntgenuntersuchung oder Magnetresonanztomografie mit Kontrastmittel und Biopsie.

20. Adhäsiolyse
Die Adhäsiolyse ist ein operatives Lösen von Verwachsungen, meistens mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie), um die durch die Adhäsionen verursachten Beschwerden und Funktionsstörungen zu beseitigen.
Meistens wird eine Adhäsiolyse bei Verwachsungen im Bauchraum angewendet.

21. Anastomoseninsuffizienz
= Aufreißen oder Undichtwerden einer Verbindung zwischen zwei anatomischen Strukturen (Anastomose), z.B. auch einer OP-Naht.
Der Übertritt von Inhalt des Magen-Darm-Traktes in die freie Bauchhöhle führt, wenn nicht umgehend erkannt und behoben, zur lebensbedrohlichen Peritonitis. In weniger dramatischen Fällen entwickelt sich lokal ein Abszess („gedeckte“ Anastomoseninsuffizienz) oder eine Fistel im Verlauf einer zuvor vorhandenen Drainage.
Anastomoseninsuffizienzen in der Gefäßchirurgie führen zu mitunter lebensbedrohlichen Nachblutungen, gelegentlich auch einem Aneurysma.
Es handelt sich fast immer um einen Notfall, der eine rasche OP verlangt.
Geschieht dies zu spät, liegt oft ein grober Behandlungsfehler vor.

22. Bauchfellentzündung
(= Peritonitis). Siehe auch: Vier-Quadranten-Peritonitis.
Eine Bauchfellentzündung ist extrem schmerzhaft und kann die Folge einer verunglückten Darm-OP sein (vgl. Darmperforation); Darm-Inhalt tritt in den Bauchraum. Schüttelfrost, Appetitlosigkeit, Fieber, Übelkeit und Erbrechen sowie Darmverschlüsse sind Folgen bzw. Ursachen.
Häufig ist der Arztfehler in der fehlenden vollständigen Risiko-Aufklärung begründet; dann ist der Eingriff rechtswidrig. In dem Fall muss der Arzt beweisen, dass er aufgeklärt hat.

23. Cholezystektomie
= Gallenblasenentfernung.
Die häufigste Ursache ist ein Gallensteinleiden – nämlich dann, wenn ein Stein in die Gallengänge hineinwandert und dort steckenbleibt.
Ganz ohne Operation kommt es bei bis zu 30 Prozent der Betroffenen im Verlauf zu Komplikationen der Cholezystitis mit der Folge einer Cholezystektomie.

Blut

1. Angiom
Der Blutschwamm oder das Aneurysma spongiosum ist eine tumorartige Gefäßneubildung oder entwicklungsbedingte Gefäßfehlbildung.
Ergibt ein CT einen Verdacht auf z.B. ein arteriovenöses Angiom, muß sofort ein Angio-MRT gemacht werden.
Sonst liegt ein grober Behandlungsfehler vor (OLG Köln, 5 U 234/98).

2. Arterielle Verschlusskrankheit
Sie entsteht durch Einengung (Stenose) oder Verschluss (Okklusion) der die Extremitäten versorgenden Arterien oder seltener der Hauptschlagader (Aorta).
Hauptursache ist die Arteriosklerose, die so genannte „Arterienverkalkung“.
Ziele der Behandlung müssen sein: Verhütung von Herzinfarkt, Schlaganfall und plötzlicher Herztod sowie von Amputation (Raucherbein).

3. Arteriosklerose
Das ist eine Systemerkrankung der Schlagadern (Arterien), die zu Ablagerungen von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und in geringeren Mengen auch Kalk in (und nicht etwa an) den Gefäßwänden führt.
Die notwendige teure Diagnostik wird aus Kostengründen nicht immer durchgeführt.

4. Blut im Stuhl
Das kann sehr verschiedene Ursachen haben. Oft sind Hämorrhoiden der Auslöser, jedoch können auch schwerwiegende Erkrankungen einen blutigen Stuhl verursachen.
Dann muß der Arzt weitere Diagnostik veranlassen.
Alles andere ist ein grober Behandlungsfehler.

5. Arterielle Hypertonie
Der Blutdruck im arteriellen Gefäßsystems ist chronisch erhöht. Nach Definition der WHO gilt ein systolischer Blutdruck von mehr als 140 mmHg und/oder ein diastolischer Blutdruck von mehr als 90 mmHg als Hypertonie.
Bluthochdruck muß behandelt werden.
Zur Diagnose sind Anamnese und körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung, Laborwerte und Urindiagnostik sowie EKG-Elektronkardiogramm sind notwendig.
Mittel der ersten Wahl zur medikamentösen Therapie sind ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten, Betablocker, Diuretika und Calciumantagonisten.

6. Kompartementsyndrom
Diese Durchblutungsstörung nach Knochenbrüchen und Muskelquetschungen tritt besonders am Unterarm oder Unterschenkel, aber auch nach langen OPS in der Gynäkologie, Urologie und Viszeralchirurgie auf.
Sie entsteht durch erhöhten Gewebedruck. Neuromuskuläre Störungen oder Gewebe- und Organschädigungen resultieren daraus.
Das abdominelles Kompartmentsyndrom entsteht nach einer Ruptur der Aorta.
Eine Operation in ein Kompartmentsyndrom hinein ist ein Behandlungsfehler, der im schlimmsten Fall zu einem CRPS führt.

7. Blutkrebs
Langwierige Behandlung auf Basis der „multizentrischen Therapiestudie der ALL (= akute lymphatische Leukämie)“, darunter Chemotherapie, ist in der Regel indiziert, mit starken Nebenwirkungen.
Ein junger Patient mit Verbesserungsprognose hat Anspruch auf eine familiär-allogene Blutstammzelltransplantation als Sachleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung.
Häufigste Behandlungsfehler: Zu spät eingeleitet, Medikamente verwechselt, Diagnose durch Hämatologie nicht eindeutig.

8. Venenentzündung
Als Phlebitis wird die Entzündung eines venösen Gefäßes bezeichnet.
Da eine Phlebitis häufig eine Thrombose als Komplikation nach sich zieht, muss bei Symptomen sofort ein Arzt zu Rate gezogen werden.

9. Thrombose
= Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß bildet.
Thrombosen können in allen Gefäßen auftreten. Meistens handelt es sich um eine Thrombose der Venen (Venenthrombose oder Phlebothrombose), speziell eine Thrombose der tiefen Beinvenen (Tiefe Venenthrombose – TVT).
Die wichtigste Komplikation der frischen tiefen Beinvenenthrombose ist die Lungenembolie, die unter Umständen tödlich verlaufen kann.
Wegen der Gefahr der Lungenembolie muss jeder Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose umgehend abgeklärt werden.

10. Venenkatheter
Ein Katheter wird in eine größere Körpervene eingeführt zur intravenösen Medikamenten- und Infusionsgabe sowie um den Venendruck zu messen.
Typische Behandlungsfehler (Der Katheter liegt im falschen Gefäß, die Lage des Katheters wird nicht durch Röntgen-Thorax kontrolliert) führen zu diversen Komplikationen:
Blutungen und Hämatome, arterielle Fehlpunktion, Infektion, Luftembolie, Nervenverletzungen, Thrombose , Hämatothorax, Infusionsthorax, Chylothorax, Pneumothoraxund Herzrhythmusstörungen.

11. Anämie
Blutarmut, Blutmangel
Eine Verminderung der Hämoglobin-Konzentration im Blut kann bei einem Abfallen des Hämatokrits infolge von akutem Blutverlust auf Werte unter 30 % bei schwerkranken Patienten und 20 % bei gesunden Patienten gefährlich sein.
Eine Bluttransfusion ist dann notwendig. Die Hämatologie ist die diagnostische Wissenschaft zur Begutachtung von Blutproben.
Bei weniger stark ausgeprägtem Abfall genügt die Volumensubstitution durch Infusion.
Die richtige Diagnose ist hier lebenswichtig.

12. Aneurysma
= Erweiterung des Querschnitts von Blutgefäßen infolge Wandveränderungen.
Als Aortenaneurysma wird eine Aussackung der Hauptschlagader bezeichnet.
Das ist ein Notfall. Hier Erläuterungen für die Pflichten eines Notarztes.
Die Aortendissektion ist eine Behandlungsmethode.
Bei einer akuten Dissektion Typ A gilt es, möglichst rasch die Gefahr der Ruptur zu bannen. Standardtherapie ist der sofortige operative Ersatz der Aorta durch eine Gefäßprothese.
Ohne Operation sterben innerhalb 24 Stunden 20 % der Patienten.

13. Angiografie
Sie gehört zu den Diagnoseverfahren und stellt Blutgefäße auf einem Röntgenbild dar.
Dazu spritzt der Arzt dem Untersuchten ein Kontrastmittel in ein Blutgefäß, um diese in der Röntgenaufnahme sichtbar zu machen.
In der Klinik kommt die Angiografie z.B. bei der Darstellung von Hirngefäßen oder zum Nachweis von Thrombosen (Blutgerinnseln) zum Einsatz.

14. Aortaoperation
Herzchirurgen müssen über das Risiko einer Querschnittslähmung infolge Aortaoperation aufklären.
Nach einer Aortenisthmusstenose (Einengung der Hauptschlagader) kam es bei einem 12-jährigen Jungen zu einer Querschnittslähmung.
Das OLG Schleswig Holstein 13.01.1995 – AZ: U 243/86 führte aus, dass jedem Herzchirurgen das Risiko einer Querschnittslähmung zweifelsfrei hätte bekannt sein müssen und er deshalb über dieses Risiko hätte aufklären müssen.
Hohe Schmerzensgeldsummen und eine lebenslange Rente müssen gezahlt werden, wenn die Aufklärung nicht sachgerecht war.

15. Arterielle Verschlusskrankheit
= Störung der arteriellen Durchblutung der Extremitäten (pAVK)
Die Erkrankung entsteht durch Einengung (Stenose) oder Verschluss (Okklusion) der die Extremitäten versorgenden Arterien oder seltener der Hauptschlagader (Aorta).
Hauptursache ist die Arteriosklerose, die so genannte „Arterienverkalkung“.
Ziele der Behandlung müssen sein: Verhütung von Herzinfarkt, Schlaganfall und plötzlicher Herztod sowie eine Amputation zu vermeiden (Raucherbein).

16. Bluthochdruck
= arterielle Hypertonie
Nach Definition der WHO gilt ein systolischer Blutdruck von mehr als 140 mmHg und/oder ein diastolischer Blutdruck von mehr als 90 mmHg als Hypertonie.
Bluthochdruck muß behandelt werden.
Zur Diagnose sind Anamnese und körperliche Untersuchung, Blutdruckmessung und Laborwerte und Urindiagnostik sowie EKG notwendig.
Mittel der ersten Wahl zur medikamentösen Therapie sind ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten, Betablocker, Diuretika und Calciumantagonisten.

17. Gefäßchirurgie
= Chirurgische Behandlung der Blutgefäße
Die arterielle Verschlußkrankheit oder Protheseneinlage bei einem Aneurysma sind Indikationen für das Anlegen von Gefäßbypässen.
Zur Gefäßchirurgie gehört auch die operative Behandlung der das Gehirn versorgenden Gefäße bei Arteriosklerose zur Schlaganfallprophylaxe.
Daneben werden in der Gefäßchirurgie Shunts angelegt. Diese bezeichnen eine Kurzschlussverbindung zwischen Arterie und Vene, über die dann eine Dialyse durchgeführt wird.
Die Phlebologie befasst sich mit den Beinvenen.

18. Diabetes
= erhöhter Blutzuckerspiegel („Zuckerkrankheit“)
Häufiger Arztfehler: Die klassischen Symptome erhöhten Blutzuckers (Erbrechen, Kreislaufschwäche, Gewichtsverlust, Sehschwäche, bei Nichtsbehandlung Koma) werden nicht als Diabetes-Symptome erkannt und verharmlost.
Ebenfalls oft übersehen: Die Verbindung von Diabetes zu Netzhauterkrankungen bzw. zu diabetischer Retinopathie kann zu Sehschwäche und Erblindung führen.

Typ 1 Diabetes
Durch Insulinmangel können Nahrungsbestandteile wie Glukose nicht mehr in die Körperzellen geschleust werden.
= lebenslang mehrfach am Tag Insulin spritzen.

Typ 2 Diabetes
Diese Zivilisationskrankheit wird oft zu spät erkannt; Herz-, Nerven- und Nierenerkrankungen werdendann lebensbedrohlich.
Führt durch erhöhte Nüchternblutglukose und/oder gestörte Glukoseverwertung in über 80 % der Fälle zu Fettleibigkeit (Adipositas).

Typ 4 Diabetes
(= Schwangerschaftsdiabetes) bezeichnet eine Störung der Glukoseverwertung mit erstmaliger Diagnose während der Schwangerschaft. Schon leicht erhöhte Blutglukosewerte sind mit großen Risiken für Mutter und Kind verbunden.

19. Metabolisches Syndrom
= Kombination von Erkrankungen wie Übergewicht/Adipositas, Bluthochdruck, Fett- und Kohlenhydrat-Stoffwechselstörungen. Familiäre Häufung. Mehr als 60 % der Menschen mit Typ 2 Diabetes sind betroffen.
Erhöhte Gerinnbarkeit des Blutes und schwer belastende chronische Erkrankungen u.a. des Herz-Kreislaufsystems, der Lunge sowie neurodegenerative und degenerative Krankheiten sind Begleiter.

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