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Behandlungsfehler an Bein, Hüfte, Fuß, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Sprunggelenk

Sehr geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,

wir haben häufige Behandlungsfehler an Bein, Fuß und Hüfte hier aufgelistet und erklärt.
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Wir sind Fachanwälte für Medizinrecht und seit 19 Jahren auf Patientenseite.

Lernen Sie Details über Ihre Rechte als Patient kennen!
Hier sind unsere Strategien zum Thema Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Bein

1. Achillessehne
= Endsehne des Wadenmuskels zur Ferse.
Sehr häufig sind Achillessehnen-Operationen nicht indiziert, weil eine konservative Behandlung oft das gleiche Ergebnis bringt.
Hier ist besonders sorgfältige Aufklärung erforderlich.

2. Femurfraktur
Der Bruch des Oberschenkelknochens, des größten Knochen des Oberschenkels, kann als Quer-, Schräg-, Spiral- oder Trümmerfraktur geschehen. Dieser Bruch führt zu großen Blutverlusten bis zu drei Litern.
Anders als beim Oberschenkelhalsbruch bestehen hier die Gefahren eines Blutverlusts-Schocks (hypovolämischer Schock), einer Fettembolie (fettreiches Knochenmark gelangt ins Blut), einer Thrombose bzw. einer Lungenembolie sowie – nachoperativ – einer Achs- und Rotationsfehlstellung.

3. Thrombose
Bei dieser Gefäßerkrankung bildet sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß. Thrombosen können in allen Gefäßen auftreten. Meistens handelt es sich um eine Thrombose der Venen (Venenthrombose oder Phlebothrombose), speziell eine Thrombose der tiefen Beinvenen (Tiefe Venenthrombose – TVT).
Die wichtigste Komplikation der frischen tiefen Beinvenenthrombose ist die Lungenembolie, die unter Umständen tödlich verlaufen kann.
Wegen der Gefahr der Lungenembolie muss jeder Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose umgehend abgeklärt werden.

4. Oberschenkelhalsbruch
Diese häufige Verletzung bei älteren Menschen, besonders Frauen, birgt einige Gefahren: ohne, während und auch nach Operationen.
Selbst wenn die Operation gelingt, sind die Patienten oft lange noch bettlägerig. Aus der Bettlägerigkeit können sich Folgeerkrankungen wie Lungenentzündung, Durchliegen, Venenthrombose, Harnwegsinfekte sowie eine bleibenden Fehlstellung mit insgesamt hoher Sterblichkeit ergeben.
Anders als bei der Femurschaftfraktur (= Bruch des Oberschenkelknochens) sind Arztfehler hier sogenannte Falschgelenke (Pseudarthrose), Risse während der Operation sowie verrutschte (luxierte) oder (frühzeitig) gelockerte Prothesen.

5. Krampfadern
Die Verödung von Krampfadern ist eine häufig durchgeführte, effiziente und erfolgreiche Behandlung der Varikosis.
Risiken entstehen bei zu hoher Dosis des Verödungsmittels und bei dessen Verabreichung an Patienten mit früherer Thromboembolie oder mit erhöhter Gerinnbarkeit des Blutes.
Selten sind lebensbedrohliche Folgen zu beobachten wie Lungenembolie oder Schlaganfall. Auch die Injektion in eine Arterie ist ein eher seltener grober Behandlungsfehler.

Knie

1. Arthroskopie
Eine Arthroskopie ist oft nicht indiziert und verursacht bei Patienten ab 60 oft Heilungsstörungen.
Hier hat der Arzt ein Problem, wenn die Arthroskopie nicht richtig indiziert war.
Häufig löst die Arthroskopie eine Arthrose in der Folge erst aus.

2. Gonarthrose
Beim vorzeitiger Verschleiß der knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenkes muss zunächst konservativ behandelt werden, z.B. mit Aufbau der Streckmuskulatur des Oberschenkels, Reizstrom, Entlastung in Form von Dämpfung (z. B. Pufferabsätze), Gewichtsreduktion und Gehhilfen wie Gehstock, Unterarmgehstütze, Rollator und Rollstuhl oder Akupunktur.
Wenn ein Kniegelenk zwar geschädigt, noch nicht aber restlos zerstört ist, muss jede OP gelenkerhaltend sein.
Gelenkersatz, etwa eine Knieprothese, ist die letzte Lösung.
Eine zu frühe oder zu umfangreiche Operation ist ein Behandlungsfehler und führt zur Haftung für Schadenersatz und Schmerzensgeld.

3. Innenbandruptur
Das Innenband des Kniegelenkes zählt zu den Seitenbändern und verläuft auf der Innenseite des Knies von oben nach unten.
Es dient, wie auch das Außenband, der Stabilisierung des Kniegelenkes. Reisst das Innenband infolge eines Unfalls (Traumas), kommt es neben Schmerzen auch zur Instabilität des Gelenkes.
Eine MRT– Untersuchung gibt Aufschluss über die Art und Schwere der Verletzung.
Hiernach richtet sich auch die Therapie: Wird lediglich konservativ mit Schiene behandelt oder ist bei Beteiligung des Knochens doch eine Operation nötig?

4. Kreuzbandplastik
Die Kreuzbänder stabilisieren das Kniegelenk bei Beugung und Beschleunigung in jede Richtung. Nach einer Kreuzbandruptur ist ein wichtiger Stabilisator im Kniegelenk verloren gegangen.
80 % aller Kreuzbandrupturen werden durch Kreuzbandplastik (Kreuzbandrekonstruktion) behandelt.
Es gibt auch Behandlungsalternativen:
Immer häufiger können aber nur teilweise gerissenee Kreuzbänder angenäht werden (Rekonstruktion). Kreuzbänder können nach knöchernem Ausriss aus der Verankerung in Oberschenkel oder Schienbein auch refixiert werden (Refixation).

5. Knie-TEP
Bei der „totalen Endoprothese“ wird das echte Gelenk entfernt; Gelenkkopf und -pfanne werden durch künstliche Materialien ersetzt.
In Deutschland wird die Knie-TEP nach der Hüft-TEP am häufigsten implantiert.
Jährlich werden ungefähr 150.000 Knie-TEP durchgeführt.
Zu den prothesenspezifischen Risiken gehören insbesondere die Prothesenlockerung, die in der Regel einen Austausch der gelockerten oder aller Prothesenteile erforderlich macht, sowie die Protheseninfektion durch Bakterien und durch Mykose.
Eine typische Frühkomplikation ist die tiefe Beinvenenthrombose, die Auslöser einer Lungenembolie sein kann.
Allgemeine operative Risiken sind ein oberflächlicher Wundinfekt, eine Wundheilungsstörung, eine Serombildung, ein persistierender Kniegelenkserguss sowie Verletzungen naheliegender Nerven.

6. Patella
Die Patellarsehnenruptur ist ein Riss der Sehne zwischen dem unteren Pol der Kniescheibe (Patella) und dem Schienbeinhöcker (Tuberositas tibiae).
Die Behandlung erfolgt in aller Regel operativ. Je nach Lokalisation der Ruptur wird eine Sehnennaht durchgeführt, die bei Knochennähe mit einem Nahtanker im Knochen fixiert wird. Zusätzlich zur direkten Naht der Sehnenstümpfe wird eine Drahtcerclage zwischen der Patella und dem Schienbeinhöcker angelegt.
Das ist sehr schadensträchtig.
Patellarluxation heißt die Kniegelenksverletzung, bei der die Kniescheibe (Patella) aus ihrer Führung springt (Luxation).
Meist bewegt sich die Kniescheibe spontan in ihre Ursprungsstellung zurück (Reposition).
Selten verbleibt sie in ihrer Verrenkungsstellung außen (lateral) am Kniegelenk.

7. Schlittenprothese
Dieser Gelenkersatz ist bei normalgewichtigen, über 60 jährigen Patienten mit stabilen Kreuz- und Kollateralbändern bei bestimmter Kniesymptomatik indiziert.
Bei Kreuzbandproblemen, erheblichem Übergewicht, Achsenfehlstellung von über 20°, Streckdefiziten von über 30°, ausgedehnten Knochendefekten, sehr starkem Knorpelverschleiß sowie ausgeprägter Gelenkinstabilität ist ihr Einsatz u.U. ein Behandlungsfehler.

8. Hinterhornriss
Der Korbhenkel im Knie reißt ab durch Meniskusriss in Kombination mit der Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Das ergibt einen Hinterhornriss des Außenmeniskus bzw. (bei fehlendem vorderen Kreuzband) zu einer Läsion des Innenbandes und des Innenmeniskus.
Lehnt der Patient angeblich eine längere Rehabilitationszeit nach Meniskusnaht ab oder befinden sich bereits starke degenerative Veränderungen im Meniskus, wird oft eine Meniskusteilresektion durchgeführt.
Wird dabei zuviel entfernt, liegt ein Kunstfehler vor.

9. Meniskus
Dieser scheibenförmige (im Knie halbmondförmige) Knorpel verändert sich im Laufe der Zeit degenerativ.
Diese Veränderungen sind ein Teil bei der Entwicklung einer Arthrose.
Das derzeitige Standardverfahren zur Behandlung degenerativer Veränderungen am Meniskus – die arthroskopische partielle Meniskektomie – wurde kürzlich in einer Studie auf die Effektivität überprüft.
Die Studie zeigte, dass die Operation nach einem Jahr keine Vorteile gegenüber einer Scheinoperation bringt! Damit fehlt es in den meisten Fällen an der Indikation.

Schulter

1. Schulterdystokie
Die Schulterdystokie ist ein unvorhersehbarer geburtshilflicher Notfall, der nach der Geburt des Kopfes die vollständige Entwicklung des Kindes erschwert. Sie erfordert sofortiges Handeln, da es fast zeitgleich zu einer kindlichen Hypoxie (Sauerstoffmangel) kommt.
Beim tiefen und hohen Schultergeradstand = (Das Kind bleibt hinter dem Schambein „hängen“) ist der hauptsächliche Arztfehler, Druck von vorn und von oben auszuüben, um die Geburt zu beschleunigen

2. Rotatorenmanschettenruptur
Die Rotatorenmanschettenruptur (Rotatorenmanschettenriss) ist eine Verletzung der Schulter. Der Riss betrifft eine oder mehrere Sehnen der vier Muskeln, die die sogenannte Rotatorenmanschette bilden.
Operative Wiederherstellungen degenerativ geschädigter Rotatorenmanschetten werden von einer erheblichen Anzahl an Komplikationen begleitet, wie z.B. Fortdauer von Schmerzen, Re-Rupturen kommen, Restdefekte oder heterotope Ossifikationen (Verknöcherung von Muskeln und Weichteilen).

3. Tossy III / Rockwood
Die Schultereckgelenksprengung (AKG-Sprengung) wurde früher nach Tossy in drei Schweregrade eingeteilt: Tossy I, II und III. Heute erfolgt die Einteilung nach Rockwood.
Bei der Schultereckgelenksprengung besteht z.B. ein grober Behandlungsfehler, wenn die Bohrung für die einzubringende Schraube zu nahe am Gelenk liegt und wenn der Operateur Röntgenaufnahmen zur Überprüfung der Bohrung während der OP unterlässt. (OLG Hamm, Urteil vom 18.02.2014, Az.: 26 U 152/13).

4. Schulterluxation
Unter einer Schulterluxation oder Schultergelenkluxation versteht man eine Ausrenkung (Luxation) des Schultergelenks.
Die Therapie erfolgt nach dem Ausschluss von Knochenbrüchen mittels Röntgenbildern durch eine Reposition. Eine operative Therapie kann bei Komplikationen und wiederholten Luxationen notwendig werden.

5. Schlüsselbeinbruch
Eine Operation ist normalerweise nicht indiziert. Eine konservative Behandlung durch Rucksackverband oder Schlinge reicht oft aus.
Eine Pseudoarthrose kann eine Folge lateraler Fraktur sein, die bei Schmerzen zu einer sekundären Operation führt. Bei deutlicher Knochen-Verschiebung und bei Trümmerbrüchen wird meistens operiert.
Verkürzung der Schlüsselbeinlänge sowie Kallusbildungen und Fehlstellungen können auf Behandlungsfehler hinweisen.
Schlechte Dokumentation, unzureichende Befunderhebung sowie Verzicht auf voroperative Röntgendiagnostik führen regelmäßig zu hohen Schadenersatzforderungen.

Hüfte

Coxarthrose
= Abnutzung des Knorpels im Hüftgelenk
Eine degenerative Veränderung des Knorpelgewebes ist die Folge. Auf Dauer werden Knorpel und andere Gelenkanteile (Knochen, Gelenkschleimhaut, Gelenkkapsel) geschädigt.
Zunächst müssen nichtoperative Behandlungen erfolgen.
Erst bei fortgeschrittener Hüftgelenksarthrose mit starken Beschwerden werden Anteile des Gelenks (Endoprothese) oder das ganze Gelenk (Totalendoprothese) ersetzt – wenn notwendig unter Korrektur einer Fehlstellung.

2. Künstliches Hüftgelenk
Bei künstlichen Hüftgelenken ist gelegentlich das falsche Gelenk eingesetzt worden, bisweilen stimmen Länge oder Umfang nicht, Fehler beim Zementieren oder zu tiefes Bohren in den Knochen sind die häufigsten Behandlungsfehler bei dieser häufigen Operation.
Vergleichen Sie dazu insbesondere Hüft-TEP.

3. Hüftprothese
Der sog. „Varicon Schaft“ wurde von der österreichischen Falcon Medical GmbH Anfang Februar 2005 vollständig zurückgerufen und kann seit dieser Zeit nicht mehr implantiert werden.
Hintergrund des Rückrufes war eine aufgetretene Problematik innerhalb der Konussteckverbindung des modularen Schaftimplantates. In Verbindung mit den langen Adaptern L und NL kam es in einigen Fällen zu einem Versagen des Implantates durch eine Spannungsrisskorrosion innerhalb der Steckverbindung.
Viele Patienten haben ihre Ansprüche noch nicht geltend gemacht!

4. Morbus Perthes
Die Ursachen dieser orthopädische Kinderkrankheit sind Durchblutungsstörungen (Ischämie) und Absterben (Nekrose) von Knochengewebe im Hüftkopf.
Häufiger Arztfehler: Übersehen von frühen Anzeichen (Lateralisation des Hüftkopfes, Beteiligung der Metaphyse, Verkalkungsherd lateral der Epiphyse, Horizontalstellung der Epiphyse, Laterale Aufhellung im Bereich der Epiphyse (Gage-Zeichen) und Höhenminderung der lateralen Anteile der Epiphyse) im Röntgenbild.
Konservative Behandlung mit Schienen oft möglich. Auch eine korrekt ausgeführte OP hat gewichtige Langzeitfolgen.

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