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Behandlungsfehler Geschlechtsorgane, Eierstock, Gebärmutter, Hoden, Penis

Sehr geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,

wir haben häufige Behandlungsfehler an den inneren und äußeren Geschlechtsorganen von Mann und Frau hier aufgelistet und erklärt.
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Fehlt Ihnen auch dort noch eine Information, bitte unverbindlich anrufen: 0751 3529735

Wir sind Fachanwälte für Medizinrecht und seit 19 Jahren auf Patientenseite.
Hier erklären wir Ihnen unsere Arbeitsweise.

Gynäkologie

1. Brustkrebs
Mammakarzinom nicht erkannt – Das ist gemäß der Gutachterkommission der Bundesärztekammer 2006 der häufigste Arztfehler beim Krankheitsbild (Brustkrebs).
Dabei sind bildgebende Verfahren und ihre Interpretation im Rahmen einer Diagnosestellung die häufigsten Fehlerquellen.

2. Schwangerschaft
Erkennt ein Arzt eine Schwangerschaft nicht, können betroffene Frauen ihn in der Regel nicht dafür haftbar machen.
So steht ihnen nicht unbedingt Schmerzensgeld zu, wenn wegen des Arztfehlers keine Abtreibung mehr möglich ist (OLG Oldenburg 2015).
Auch das Fehlen einer Blut- und Urinuntersuchung führt u.U. nur bei Vorliegen von medizinischen oder kriminologischen Gründen zu einem Schadenersatzanspruch.

3. Abstrich
Ein Abstrich ist die Entnahme von körpereigenem Untersuchungsmaterial aus der Oberfläche von Wunden oder Schleimhäuten. Er zählt häufig zur unverzichtbaren Diagnostik.

4. Ausschabung
Die Ausschabung der Gebärmutter und damit die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut ist der von Frauenärzten am häufigsten durchgeführte Routineeingriff.
Sie wird entweder zur Diagnostik z.B. bei Blutungsstörungen oder auch zur Therapie z.B. bei verstärkten oder verlängerten Regelblutungen vorgenommen.
Komplikationen sind Verletzungen der Gebärmutter, eine Thrombose oder eine Infektion.

5. Abtreibung
=Schwangerschaftsabbruch. Straffreie Ausnahmen stehen in § 218a StGB:
§ 218a Abs. 1 (Fristenlösung mit Beratungspflicht); § 218a Abs. 2 (Medizinische Indikation, also Gefahr für das Leben oder die körperliche oder seelische Gesundheit der Schwangeren); § 218a Abs. 3 (Kriminologische Indikation, Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung).

6. Eileiterschwangerschaft
Die „Tubargravidität“ ist die häufigste Form einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (Extrauteringravidität). Der befruchteten Eizelle gelingt es hierbei nicht, den Eileiter zu durchwandern. Sie nistet sich stattdessen in der Schleimhaut des Eileiters ein.
Nicht rechtzeitig erkannt, wird die Eileiterschwangerschaft in vielen Fällen lebensbedrohlich für die Schwangere, da der Eileiter wenig dehnbar ist und irgendwann reißt.
Dies hat umfangreiche innere Blutungen im Bauch der Mutter zur Folge und kann zu Kreislaufversagen und zum Schock führen.

7. Cerclagepessar
Um eine Frühgeburt zu verhindern, wird dieses Pessar in die Scheide eingesetzt.
Dazu muss ein Scheidenabstrich vorgenommen werden, um auf vorhandene Keime zu untersuchen.
Geschieht das nicht, riskiert der Arzt eine Schwerstbehinderung des Kindes und kann die Frühgeburt durch Keime auslösen.

8. Endometriose
Das ist eine gutartige, schmerzhafte und chronische Frauen-Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt.
Sie kann zur Unfruchtbarkeit führen.
Durch die manuelle Untersuchung des Beckens können größere Endometrioseherde aufgedeckt werden. Durch Koloskopie lassen sich Herde an der Vulva, in der Scheide und am äußeren Muttermund betrachten. Durch eine transvaginale Ultraschalluntersuchung können große Endometrioseherde entdeckt werden. Zur Klärung der Ausdehnung einer tiefen infiltrierenden Endometriose kann in Einzelfällen eine Magnetresonanztomografie (MRT) beitragen.

9. Fruchtwasseruntersuchung
Der Arzt ist verpflichtet, die schwangere Frau über die Gefahren einer genetischen Schädigung des Kindes aufzuklären.
Eine „spätgebärende“ Frau ab dem 35. Lebensjahr muss stets auf die Möglichkeit einer Fruchtwasseruntersuchung aufmerksam gemacht werden, um eine eventuelle Behinderung des Kindes zu erkennen und sich gegebenenfalls für eine Abtreibung zu entscheiden.

10. Gebärmutterentfernung
Typische Komplikationen und damit Risiken der Hysterektomie sind Wundheilungsstörungen, Verwachsungen, Verletzung von Darm, Harnleiter oder der Harnblase sowie (Nach-)Blutungen.
Eine durch Myome vergrößerte Gebärmutter wird als Uterus myomatosus bezeichnet.
Myome der Gebärmutter sind gutartige Tumore, die an sich keinerlei Therapie benötigen.
Nur ausnahmsweise ist eine Hysterektomie zulässig.

11. Gebärmutterhalskrebs:
Das Zervixkarzinom oder Kollumkarzinom ist ein bösartiger Tumor des Gebärmutterhalses.
Die häufigste Ursache für ein Zervixkarzinom ist eine Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomvirus (HPV).
Bei nachgewiesenem Karzinom sind zur Stadienbestimmung eine Röntgenuntersuchung der Lunge, eine Sonografie durch die Scheide, eine Sonografie beider Nieren und der Leber, eine Zystoskopie und Rektoskopie zum Ausschluss oder Nachweis eines Tumoreinbruchs in Harnblase oder Enddarm notwendig.

12. Gestose
Die „Schwangerschaftsvergiftung“ ist keine Vergiftung, sondern ein Oberbegriff für schwangerschaftsbedingte Krankheiten, deren Ursachen mit Bluthochdruck in Verbindung stehen.
Häufig synonym gebraucht mit Präeklampsie bzw. Eklampsie oder HELLP-Syndrom.
Die verzögerte Behandlung obiger Krankheiten und vor allem die unterlassene Befunderhebung sind in der Regel ein grober Behandlungsfehler.
Den Betroffenen Frauen und den Kindern, die oft mit einem erheblichen Geburtsschaden auf die Welt kommen, stehen enorme Ansprüche auf Schadenersatz und Schmerzensgeld zu.

13. Eklampsie
schwerste Ausprägung einer Gestose.
Sie bezeichnet einen Krampfanfall oder eine tiefe Bewusstlosigkeit (Koma) während der Schwangerschaft oder während der Geburt, vorwiegend bei Erstgebärenden mit Präeklampsie (Bluthochdruck, vermehrte Eiweißausscheidung im Urin und evtl. Ödeme).

14. Kaiserschnitt
Die verspätete Einleitung einer Sectio ist als grober Behandlungsfehler zu werten, wenn aus objektiver Sicht nicht mehr nachvollziehbar ist, weshalb trotz einer (durch CTG) festgestellten Sauerstoffminderversorgung und eines eingetretenen Geburtsstillstandes eine Schnittentbindung nicht vorgenommen wurde.
Ein verzögerter Kaiserschnitt (sectio caesarea) bei einem geburtshilflichen Notfall, wie z.B. eine verzögerte Geburt bei einem auffälligen CTG ist immer ein grober Behandlungsfehler.

15. Makrosomie
Unverhältnismäßige Größe von Körperteilen oder Organen. Es gibt verschiedene Varianten bzw. Erscheinungsformen von Makrosomie.
Häufig verursacht durch mütterliche Diabetes mellitus oder einen Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) ist die fetale Makrosomie, also ein zu großes Kind im Mutterleib.
Heutzutage raten die Ärzte bei makrosomen Feten von einer vaginalen Geburt ab, da während der Geburt die Belastungen für Mutter und Kind zu groß sind.

16. Nabelschnurkomplikationen
Das sind während der Schwangerschaft oder unter der Geburt auftretende Lagenanomalien der Nabelschnur, die die Blutversorgung des Fetus einschränken bzw. gefährden.
Nabelschnurkomplikationen stellen eine potenzielle Gefährdung des Kindes durch drohende fetale Hypoxie dar. Sie stellen eine Indikation zur gynäkologisch-intensivmedizinischen Betreuung der Schwangeren, mit Bereitschaft zur intrauterinen fetalen Reanimation im Bedarfsfall dar.

17. Ovarialkarzinom
Der Eierstockkrebs ist nach der Endometriose und dem Zervixkarzinom das dritthäufigste Genitalmalignom der Frau und hat eine schlechtere Prognose als jene.
Wichtig und wegweisend ist beim Ovarialkarzinom der transvaginale Ultraschall.

18. Plazentaablösung
Bei der vorzeitige Plazentalösung hat sich der Mutterkuchen vor der Geburt des Kindes von der Uterushaftfläche gelöst. Eine mütterliche Perfusion des Mutterkuchens ist nicht mehr gewährleistet.
Bei lebendem Kind ist ein sofortiger Kaiserschnitt angezeigt.
Sonst liegt ein grober Behandlungsfehler vor.

19. Saugglocke
Eine Vakuumextraktion (umgangssprachlich Saugglockenentbindung) wird bei vaginal operativer Entbindung in der Geburtshilfe eingesetzt.
Grund für eine Vakuumextraktion ist z.B. die kindliche Hypoxie.
Schwere Komplikationen sind Schädelfrakturen und intrakranielle Blutungen.

20. Totgeburt
Sie kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden, darunter Fehlbildungen, Chromosomenbesonderheiten, schwerwiegende fetale Erkrankungen, Sauerstoffmangelversorgung durch eine unzureichende Funktion des Mutterkuchens oder dessen vorzeitige Ablösung sowie durch Nabelschnurkomplikationen, wie Nabelschnurknoten, Nabelschnurvorfall und straffe Nabelschnurumschlingung.
Zu weiteren möglichen Ursachen für einen Kindstod im Mutterleib gehören Infektionen wie Listeriose, Toxoplasmose und Zytomegalie, Erkrankungen wie Eklampsie, HELLP-Syndrom und Diabetes mellitus, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Fehlbildungen der Gebärmutter, seltene Komplikationen wie der Gebärmutterriss und die Fruchtwasserembolie.
Wird der intrauterine Fruchttod verspätet diagnostiziert kann es zu einer verstärkten Blutungsneigung mit daraus resultierender lebensbedrohlicher Verbrauchskoagulopathie führen.

Achtung: Wir raten unseren Mandanten von langwierigen Schadenersatzprozessen in fast allen Totgeburtsfällen dringend ab; zu mächtig ist die Trauer, und zu mager das Ergebnis. Vor 15 Jahren hatten wir zuletzt einen solchen Fall vor Gericht. Die damals erstrittene minimale Schadenersatzsumme brachte unsere Mandanten erst recht in eine Depression, weil der „Gegenwert“ des toten Kindes so gering war.

21. Brustvergrößerung
Die Brustvergrößerung (auch Mammaaugmentation, umgangssprachlich Silikonbusen) ist ein Fall für die plastische Chirurgie oder die Gynäkologie. Die Operationen werden in der Regel aus rein ästhetischen Gründen vorgenommen.
Nicht optimal verlaufende Operationen können asymmetrische Brüste hervorrufen, manchmal verrutschen auch die Implantate, so dass aus ästhetischen Gründen nachoperiert werden muss.
Die Risiken der Verwendung Industriesilikons (ohne Zertifizierung für medizinische Zwecke) durch die Firma Poly Implant Prothèse (PIP) sind noch nicht endgültig geklärt

 

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