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Behandlungsfehler in Schwangerschaft, Geburt und Neugeborenenmedizin

Sehr geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,

wir haben hier häufige Behandlungsfehler bei Schwangerschaft und Geburtshilfe aufgelistet.
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Fehlt Ihnen auch dort noch eine Information, bitte unverbindlich anrufen: 0751 3529735

Wir sind Fachanwälte für Medizinrecht und seit 19 Jahren auf Patientenseite.

Lernen Sie Details über Ihre Rechte als Patient kennen!
Hier sind unsere Strategien zum Thema Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Schwangerschaft

1. Eileiterschwangerschaft
Die “Tubargravidität” ist die häufigste Form einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (Extrauteringravidität). Der befruchteten Eizelle gelingt es hierbei nicht, den Eileiter zu durchwandern. Sie nistet sich stattdessen in der Schleimhaut des Eileiters ein.
Nicht rechtzeitig erkannt, wird die Eileiterschwangerschaft in vielen Fällen lebensbedrohlich für die Schwangere, da der Eileiter wenig dehnbar ist und irgendwann reißt.
Dies hat umfangreiche innere Blutungen im Bauch der Mutter zur Folge und kann zu Kreislaufversagen und zum Schock führen.

2. Cerclagepessar
Um eine Frühgeburt zu verhindern, wird dieses Pessar in die Scheide eingesetzt.
Dazu muss ein Scheidenabstrich vorgenommen werden, um auf vorhandene Keime zu untersuchen.
Geschieht das nicht, riskiert der Arzt eine Schwerstbehinderung des Kindes und kann die Frühgeburt durch Keime auslösen.

3. Fruchtwasseruntersuchung
Der Arzt ist verpflichtet, die schwangere Frau über die Gefahren einer genetischen Schädigung des Kindes aufzuklären.
Eine „spätgebärende“ Frau ab dem 35. Lebensjahr muss stets auf die Möglichkeit einer Fruchtwasseruntersuchung aufmerksam gemacht werden, um eine eventuelle Behinderung des Kindes zu erkennen und sich gegebenenfalls für eine Abtreibung zu entscheiden.

4. Gestose
Die „Schwangerschaftsvergiftung“ ist keine Vergiftung, sondern ein Oberbegriff für schwangerschaftsbedingte Krankheiten, deren Ursachen mit Bluthochdruck in Verbindung stehen.
Häufig synonym gebraucht mit Präeklampsie bzw. Eklampsie oder HELLP-Syndrom.
Die verzögerte Behandlung obiger Krankheiten und vor allem die unterlassene Befunderhebung sind in der Regel ein grober Behandlungsfehler.
Den Betroffenen Frauen und den Kindern, die oft mit einem erheblichen Geburtsschaden auf die Welt kommen, stehen enorme Ansprüche auf Schadenersatz und Schmerzensgeld zu.

5. Eklampsie
schwerste Ausprägung einer Gestose.
Sie bezeichnet einen Krampfanfall oder eine tiefe Bewusstlosigkeit (Koma) während der Schwangerschaft oder während der Geburt, vorwiegend bei Erstgebärenden mit Präeklampsie (Bluthochdruck, vermehrte Eiweißausscheidung im Urin und evtl. Ödeme).

6. Plazentaablösung
Bei der vorzeitige Plazentalösung hat sich der Mutterkuchen vor der Geburt des Kindes von der Uterushaftfläche gelöst. Eine mütterliche Perfusion des Mutterkuchens ist nicht mehr gewährleistet.
Bei lebendem Kind ist ein sofortiger Kaiserschnitt angezeigt.
Sonst liegt ein grober Behandlungsfehler vor.

Geburt

1. Beckenendlage
Die Beckenendlage ist eine gefürchtete Komplikation bei der Geburt, bei der nicht der Kopf, sondern das Beckenende des ungeborenen Kindes vorangeht. Dabei liegt das Kind liegt im Mutterleib mit dem Kopf nach oben. Hier gibt es immer viel Arbeit für den Fachanwalt für Medizinrecht.
Hierbei wird durch den erfahrenen Geburtshelfer der Fetus durch Druck von außen aus der Beckenendlage in die Schädellage gedreht; dieses Vorgehen hat aber Risiken, wie z.B. (Nabelschnurkomplikation, vorzeitige Plazentalösung, fetomaternale Transfusion, vaginale Blutungen, intrauteriner Fruchttod.

2. Kaiserschnitt
Die verspätete Einleitung einer Sectio ist als grober Behandlungsfehler zu werten, wenn aus objektiver Sicht nicht mehr nachvollziehbar ist, weshalb trotz einer (durch CTG) festgestellten Sauerstoffminderversorgung und eines eingetretenen Geburtsstillstandes eine Schnittentbindung nicht vorgenommen wurde.
Ein verzögerter Kaiserschnitt (sectio caesarea) bei einem geburtshilflichen Notfall, wie z.B. eine verzögerte Geburt bei einem auffälligen CTG ist immer ein grober Behandlungsfehler.

3. Nabelschnurkomplikationen
Das sind während der Schwangerschaft oder unter der Geburt auftretende Lagenanomalien der Nabelschnur, die die Blutversorgung des Fetus einschränken bzw. gefährden.
Nabelschnurkomplikationen stellen eine potenzielle Gefährdung des Kindes durch drohende fetale Hypoxie dar. Sie stellen eine Indikation zur gynäkologisch-intensivmedizinischen Betreuung der Schwangeren, mit Bereitschaft zur intrauterinen fetalen Reanimation im Bedarfsfall dar.

4. Saugglocke
Eine Vakuumextraktion (umgangssprachlich Saugglockenentbindung) wird bei vaginal operativer Entbindung in der Geburtshilfe eingesetzt.
Grund für eine Vakuumextraktion ist z.B. die kindliche Hypoxie.
Schwere Komplikationen sind Schädelfrakturen und intrakranielle Blutungen.

5. Totgeburt
Sie kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden, darunter Fehlbildungen, Chromosomenbesonderheiten, schwerwiegende fetale Erkrankungen, Sauerstoffmangelversorgung durch eine unzureichende Funktion des Mutterkuchens oder dessen vorzeitige Ablösung sowie durch Nabelschnurkomplikationen, wie Nabelschnurknoten, Nabelschnurvorfall und straffe Nabelschnurumschlingung.
Zu weiteren möglichen Ursachen für einen Kindstod im Mutterleib gehören Infektionen wie Listeriose, Toxoplasmose und Zytomegalie, Erkrankungen wie Eklampsie, HELLP-Syndrom und Diabetes mellitus, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Fehlbildungen der Gebärmutter, seltene Komplikationen wie der Gebärmutterriss und die Fruchtwasserembolie.
Wird der intrauterine Fruchttod verspätet diagnostiziert kann es zu einer verstärkten Blutungsneigung mit daraus resultierender lebensbedrohlicher Verbrauchskoagulopathie führen.

Achtung: Wir raten unseren Mandanten von langwierigen Schadenersatzprozessen in fast allen Totgeburtsfällen dringend ab; zu mächtig ist die Trauer, und zu mager das Ergebnis. Vor 15 Jahren hatten wir zuletzt einen solchen Fall vor Gericht. Die damals erstrittene minimale Schadenersatzsumme brachte unsere Mandanten erst recht in eine Depression, weil der „Gegenwert“ des toten Kindes so gering war.

Frühgeborene
Für Frühgeburten sind oft bakterielle Infektionen (z.B. durch den Einsatz von Cerclagepessaren zur Verhinderung einer Frühgeburt) verantwortlich.
Das Unterlassen einer mikroskopischen oder bakteriologischen Untersuchung des Scheideninhalts der Schwangeren bei Einsatz eines solchen Pessars ist ein grober Behandlungsfehler. Schwerste Hirnschädigungen des Säuglings sind die Folge.
Wer ein frühgeborenenes Kind auf Retinopathie (Netzhauterkrankung) überwachen will, muss immer dessen Augenhintergrund ausreichend einsehen oder einen Facharzt hinzuziehen. Er riskiert sonst die Netzhautablösung.

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